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04: Chto Delat – Time Capsule. Artistic Report on Catastrophes and Utopia

Ein Gespräch mit Bettina Spörr (Kuratorin, Secession), Nora Sternfeld und Luisa Ziaja (schnittpunkt)

Freitag, 19. Dezember 2014, 16.30 Uhr
Secession, Friedrichstrasse 12, 1010 Wien

In seiner Ausstellung Time Capsule. Artistic Report on Catastrophes and Utopia präsentiert das russische Kollektiv Chto Delat eine komplexe Rauminstallation, die aktuelle skulpturale Arbeiten und die filmische Performance The Excluded mit verschiedensten Materialien aus seinem Archiv der letzten zehn Jahre verbindet. 2003 hatte sich das Kollektiv von KünstlerInnen, KritikerInnen, PhilosophInnen und SchriftstellerInnen aus St. Petersburg und Moskau aus der dringenden Notwendigkeit gegründet, politische Theorie, Kunst und Aktivismus miteinander zu verknüpfen. Die Ausstellung inszeniert eine Spannung: Sie zeichnet ein düsteres Bild einer Gegenwart, die "von Katastrophen und Kriegsschauplätzen" geprägt ist, bezieht aber gleichzeitig explizit Position und besteht darauf, "dass die Zukunft darauf wartet, gemacht zu werden".

Im Rahmen eines Rundgangs diskutieren wir die Potenziale von so genannten organisch intellektuellen Praxen, die mit Mitteln von Kunst und Theorie, anhand von Lehr- und Lernsituationen sowie mit dramatisch-theatralischen Methoden in gängige Selbstverständnisse zu intervenieren versuchen. Vor dem Hintergrund aktueller Kriege aber auch in Anbetracht des unaufhaltsamen Weiterwirkens des Neoliberalismus in und um uns stellen sich die Aussichten auf Hegemoniegewinne möglicherweise nicht besonders optimistisch dar. Im Zeichen des Kollektivs Chto Delat und seiner Ausstellung fragen wir ein weiteres Mal danach, ob und wie sich Walter Benjamin aktualisieren ließe. Denn "den Pessimismus organisieren" heißt ihm zufolge, "nichts anderes als die moralische Metapher aus der Politik herausbefördern und im Raum des politischen Handelns den hundertprozentigen Bildraum entdecken".