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gegen den stand der dinge


 

Der Stoff, aus dem die Sammlungen sind

schnittpunkt untersucht den Stoff, aus dem unsere Sammlungen sind: Wie können wir Materialen zum Sprechen bringen? Welche Kontexte können über das Material, die Herstellungstechnik oder über Gebrauchsspuren erschlossen werden? Welche Geschichten transportieren Materialien in Sammlungen, wenn wir sie zu lesen und zu vermitteln vermögen? Wie lässt sich Material kuratieren?

Vorträge und Workshops mit: Wolfgang Huber (Stift Klosterneuburg), Beatrice Jaschke (schnittpunkt), Martina Griesser (schnittpunkt / Technisches Museum Wien), Tanja Kimmel (Kunsthistorisches Museum Wien), Christina Schaaf-Fundneider (Landessammlungen NÖ, Abteilung Kunst & Kultur), Monika Wagner (Universität Hamburg), Nora Sternfeld (schnittpunkt / Aalto University Helsinki)

Die Veranstaltung beschäftigt sich mit Materialbedeutung und Materialikonografie im Hinblick auf neue Möglichkeiten des Ausstellens und der Betrachtung. Denn Material und Materialität, also der materielle Bestand eines Objektes und seine intendierte Wirkung, stellen meist unterschätzte Informationsträger zu sozial-, wirtschafts- und kulturhistorischen Kontexten dar. Im Rahmen von drei Workshops arbeiten wir mit historischen Objekten aus den Sammlungen des Stiftes Klosterneuburg (Gemälde, Textilien, Metall, Keramik und Materialkombinationen). Es werden Grundlagen vermittelt Materialien zu identifizieren, sichtbare Spuren der Nutzung einzubeziehen und so zur Rekonstruktion der jeweiligen Objektbiografie beitragen zu können. So entstehen neue Strategien für die Arbeit mit und an Objektgeschichte(n).

Die Teilnahme an den Vorträgen und Workshops richtet sich vorwiegend an KuratorInnen und VermittlerInnen und ist für schnittpunkt-Mitglieder kostenlos. Für Nicht-Mitglieder ist die Teilnahme nur nach Abschluss einer Mitgliedschaft für 2014 (€ 50,-) möglich. Da die Plätze wegen des Workshopcharakters der Veranstaltung begrenzt sind, sind verbindliche Anmeldungen unbedingt erforderlich.

Die Veranstaltung wird vom BKA gefördert und findet in Kooperation mit dem Stift Klosterneuburg statt.

 

Dinge als Prozesse. Museumsobjekte und transdisziplinäre Wissensproduktionen

ExpertInnengespräche und Workshops mit: Friedrich von Bose, Roland Fink, Eduard Freudmann, Thomas Geisler, Martina Griesser, Werner Hanak-Lettner, Dagmar Höss, Herbert Justnik, Matthias Klos, Nora Landkammer, Roswitha Muttenthaler, Susanne Neuburger, Sascha Reichstein, Stephan Schmidt-Wulffen, Claudia Slanar, Monika Sommer, Nora Sternfeld, Patrick Werkner, Regina Wonisch

Das Verhältnis zwischen Dingen und Worten erhält in jüngster Zeit eine neue Dimension: Von den material culture studies bis zur zeitgenössischen Kunst wird Dingen in den letzten Jahren Handlungsmacht attestiert. In transdisziplinären Workshops verfolgt schnittpunkt »Dinggeschichten« und »Objektkarrieren« an österreichischen Museen und fragt nach neuen Perspektiven auf Sammlungsgegenstände für eine aktuelle Museumspraxis. In welche Prozesse sind Museumsobjekte involviert? Welche lösen sie aus? Was bedeuten diese Debatten für die zeitgemäße Erforschung, Präsentation und Vermittlung von Sammlungen? Welche Wege legen Objekte zurück? Welche Lücken offenbaren sie? Und welche Potentiale ergeben sich daraus?

Bei den Workshops treffen unterschiedliche Wissensarten – aus verschiedenen Wissenschafts-bereichen, ebenso wie Handlungswissen und künstlerische Forschung – auf Sammlungsobjekte und aufeinander. Daraus entwickeln sich unerwartete Antworten auf ungestellte Fragen. Diese drehen sich nicht nur um Bedeutungen und Konstruktionen, sondern auch um gesellschaftliche Veränderung und Demokratie.

Programm

Teil I: Dinge, die bewegen
Donnerstag, 15. und Freitag, 16. November 2012
Jüdisches Museum Wien und Museum auf Abruf (MUSA)

Begrüßung und Einführung zur schnittpunkt-Reihe »Dinge als Prozesse«
Monika Sommer, Martina Griesser

Einführungsvortag
Können Dinge sprechen?
Monika Sommer, Martina Griesser

Objekt-Vorstellung
Werner Hanak-Lettner
Tischtuch für das Hotel Metropol, 1931, Firma Siegel & Co, Wien und Zwittau (Mähren)
Die Handschuhe des Lokführers, Julius Brod, 26 x 9 cm

Perspektive für eine Objektanalyse
Workshop 1: Roswitha Muttenthaler
Workshop 2: Dagmar Höss und Monika Sommer
Workshop 3: Nora Sternfeld und Martina Griesser

Zusammenführung
Diskussion der entwickelten Perspektiven auf die Objekte

Einführung MUSA
Monika Sommer, Martina Griesser

Objekt-Vorstellung
Roland Fink
Wolfgang Hanghofer (* 1955, Linz), »Jüdischer Friedhof Währing«, 1994, Ölmalerei auf Jutestoff (Postsack),
Christian Eisenberger (* 1978, Graz), »O.T.« (int.: Kreuz), 2005, Mischtechnik: Acrylfarbe, Stofftier, Zeitung, Klebeband, Karton, Holz,

Perspektive für eine Objektanalyse
Workshop 1: Roswitha Muttenthaler
Workshop 2: Dagmar Höss und Monika Sommer
Workshop 3: Nora Sternfeld und Martina Griesser 

Zusammenführung
Reflexion der Ergebnisse

Teil II: Dinge, die verändern
Do, 29. und Fr, 30. November 2012
Kunstsammlung und Archiv Angewandte und Museum für angewandte Kunst (MAK)

Einführung
Renate Höllwart und Beatrice Jaschke

Einführungsvortrag
Von den Dingen aus?
Stephan Schmidt-Wulffen

Objektvorstellung
Patrick Werkner
»Kurzes Schwein«, Oskar Kokoschka, 1977

Perspektive für eine Objektanalyse
Workshop 1: Nora Landkammer
Workshop 2: Sascha Reichstein
Workshop 3: Regina Wonisch

Zusammenführung 
Diskussion der entwickelten Perspektiven auf das Objekt 

Einführung MAK
Renate Höllwart und Beatrice Jaschke

Objektvorstellung
Thomas Geisler
Katalog »Arche Noah«, 1 Sortenhandbuch 2001, 1 Glas Granulat

Perspektive für eine Objektanalyse
Workshop 1: Nora Landkammer
Workshop 2: Sascha Reichstein
Workshop 3: Regina Wonisch 

Zusammenführung
Reflexion der Ergebnisse

Teil III: Dinge, die handeln
Di, 11. und Mi, 12. Dezember 2012
Österreichisches Museum für Volkskunde und mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Einführung mumok
Luisa Ziaja und Renate Höllwart

Undisziplinierte Dinge
Ein Gespräch zwischen Friedrich von Bose und Nora Sternfeld

Objekt-Vorstellung
Susanne Neuburger
Arthur Køpcke, Continue, 1972, Koffer mit verschiedenen Gegenständen

Perspektiven für eine Objektanalyse
Workshop 1: Matthias Klos
Workshop 2: Eduard Freudmann und Nora Sternfeld
Workshop 3: Claudia Slanar

Zusammenführung
Diskussion der entwickelten Perspektiven auf die Objekte

Einführung Österreichisches Museum für Volkskunde
Luisa Ziaja und Renate Höllwart

Objekt-Vorstellung
Herbert Justnik
Familienportrait im Carte de Cabinet Format, spätes 19. Jh. in einem Bilderrahmen

Perspektiven für eine Objektanalyse
Workshop 1: Herbert Justnik
Workshop 2: Eduard Freudmann und Nora Sternfeld
Workshop 3: Claudia Slanar

Zusammenführung
Diskussion der entwickelten Perspektiven auf die Objekte

Abschlussreflexion zur Workshopreihe Dinge als Prozesse

Mit Unterstützung des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur

 

Wo die Dinge stehen: Das Museumsdepot als Archiv

Der erste Teil der neuen schnittpunkt-Veranstaltungsreihe "Gegen den Stand der Dinge" widmet sich dem Ort, wo die Dinge stehen: dem Museumsdepot in seiner historischen Dimension und seiner gegenwärtigen Bedeutung.

Sonntag, 16. Jänner 2011, 16.30–21.00 Uhr
Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien, Andreasgasse 7, 1070 Wien

Konzeption und Organisation: Martina Griesser-Stermscheg und Nora Sternfeld (schnittpunkt)

In den vormusealen Wunderkammern machte man noch kein Geheimnis daraus, dass was gesammelt wird, auch verstaut werden muss: Schachteln, Wandhaken und Regale zierten den Ausstellungsraum. Das 18. Jahrhundert mit seinen Aufbewahrungsmöbeln und Techniken des Archivs brachte die Sammlungen in Ordnungen und entfaltete eine sinnstiftende Kraft. Tatsächlich kam es aber erst im späten 19. Jahrhundert zur Institutionalisierung des Museumsdepots. Während aktuell im Kunstfeld die inneren Logiken der Wissensproduktion im Archiv thematisiert werden, stellt sich MuseumspraktikerInnen zunehmend die Frage nach dem Umgang mit den überfüllten Räumen, in denen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Bedeutungsträger als "Masse" verwaltet werden. Gigantische Zentraldepots werden an der Peripherie geschaffen und rücken die Sammlungen noch weiter aus dem Blickfeld. Gleichzeitig wird das Depot als Ansammlung und "verborgener Ort" immer öfter Thema der künstlerischen Praxis und Reflexion.

Im Rahmen der Veranstaltung werden Depots und Archive in ihrer öffentlichen Dimension diskutiert: Welches Wissen und Gegenwissen liegt im Museumsdepot verborgen? Was erfahren wir über das Depot, wenn wir es als Archiv betrachten? Können historische Sammlungsstrategien Antworten auf aktuelle museale Fragestellungen liefern? Ist das Ent-sammeln eine legitime Alternative zum Bau von immer größeren Speichern?

Programm

Begrüßung
Ilsebill Barta, Hofmobiliendepot und Silberkammer
Nora Sternfeld und Martina Griesser-Stermscheg, schnittpunkt

16.45–17.45 Uhr
Dematerialisierung des Depots
Stephan Schmidt-Wulffen, Akademie der bildenden Künste Wien

18.00–18.30 Uhr
Die ungeschriebene Geschichte des Museumsdepots
Martina Griesser-Stermscheg, schnittpunkt / Univ. für angewandte Kunst Wien

18.30–19.15 Uhr
Paradigmenwechsel im Museumsdepot? Masse, Ewigkeit und Tragbarkeit in der
Sammlungserhaltung
Joachim Huber, Museumsberater / Prevart Winterthur

19.15–19.45 Uhr Pause

19.45–21.00 Uhr
Diskussion: Das Museumsdepot zwischen Öffentlichkeit und Massenverwaltung
Joachim Huber, Martina Griesser-Stermscheg
Moderation: Nora Sternfeld

Mit Unterstützung des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur