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im bauch des museums. Depots oder Deponien?

Museen sind so gut wie ihre Depots - Depots sind so gut wie ihre Museen. Doch im Blickpunkt des Museums- und Ausstellungswesens der letzten 20 Jahre standen vorwiegend Themen der Präsentation und Vermittlung. Was in den Kellern gelagert wurde und nicht unmittelbar im Rampenlicht stand, blieb aus dem Sammlungsdiskurs ausgeschlossen. Dabei sind sowohl die Ordnungssysteme als auch die Bedingungen der Lagerung von Objekten Indikatoren von gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Hierarchien. Das Bewahren von Beständen ist nicht nur zentrale museale Aufgabe, es spiegelt auch die Geschichte der Sammlungen wieder, macht sichtbar was wertvoll genug war, um aufgehoben und dabei nicht interessant genug, um gerade gezeigt zu werden.

Mit den Möglichkeiten der digitalen Dokumentation und Archivierung verändern sich die Diskurse um das Bewahren fundamental. Braucht es nicht die Erarbeitung neuer Modelle und Strategien für die Bewahrung? Welche Rolle spielen dabei ethische Kriterien? Wie können die unterschiedlichen Zeitlichkeiten in denen Museen agieren – kurzfristige kulturpolitische Strategien einerseits und langfristige Sammlungsplanung andererseits – als untrennbar verbundene Parameter im Museumsalltag ausgeglichen gelebt werden? schnittpunkt geht diesen Fragen in einer Veranstaltungsreihe nach, thematisiert die gelebte Praxis, analysiert methodische Ansätze und unternimmt Exkursionen in den Bauch des Museums.
 

04: MAK / Tiefspeicher

Dialogführung mit Manfred Trummer (leitender Restaurator MAK)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg / Restauratorin (schnittpunkt / die angewandte)

Freitag, 30. Juni 2006, 15.00 Uhr
MAK – Museum für angewandte Kunst, Weiskirchnerstrasse / Portier, 1010 Wien

Anfang der 1990er Jahre galt der neu errichtete Tiefspeicher des Museums für angewandte Kunst in Wien (MAK) als wegweisend für viele museale Sammlungen. Die innovative Adaptierung von Industrie-Mobiliar für die Depotausstattung sowie die hohen konservatorischen und sicherheitstechnischen Standards zeichnen den Tiefspeicher im MAK aus und gaben eine Qualitätsstufe vor, die unter Museumsfachleuten damals wie heute als international anerkannter Richtwert gilt. Manfred Trummer, leitender Restaurator des MAK und Projektverantwortlicher während des Baus des Tiefspeichers, führt durch die Räumlichkeiten "im Bauch des MAK" und zieht Resümee über seine Erfahrungen.

 

03: Wagenburg und Monturdepot / KHM

Dialogführung mit Ernst Gregor (Restaurator, Sammlung Wagenburg und Monturdepot, KHM), Martina Griesser (Leitung Naturwissenschaftliches Labor, KHM), Marianne Novotny-Kargl (Restauratorin, die angewandte)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / die angewandte)

Freitag, 5. Mai 2006, 15.30 Uhr
Wagenburg und Monturdepot, Schloß Schönbrunn, 1130 Wien

Die Wagenburg in Schönbrunn beherbergt die Sammlung historischer Prunk- und Gebrauchswägen aus den Beständen des einstigen kaiserlichen Fuhrparks. Rund 100 Kutschen, Schlitten, Sänften sowie Reitgeschirr werden hier aufbewahrt. Eine Führung durch das Depot der Wagenburg gibt Einblick in die vielfältige Sammlung. Im Depot wird gleichzeitig das seit mehreren Jahren in Wien institutionsübergreifend laufende "Folienprojekt" vorgestellt. Ziel dieses Projektes ist die Weiterentwicklung von Verpackungsfolien für die langfristige Aufbewahrung von Objekten unterschiedlichster Materialzusammensetzung im Museumsdepot. schnittpunkt stellt die Frage, was beispielsweise ein Objekt der Eat Art mit einer historischen Sänfte in diesem Projekt verbindet.
www.khm.at

Leider musste dieser Termin krankheitsbedingt abgesagt werden!

 

02: MUMOK - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Vortrag und Dialogführung mit Brigitte Boll (Restauratorin / Künstlerin), Christina Hierl (Restauratorin) und Lisa Rastl (Fotografin)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / die angewandte)

Freitag, 7. April 2006, 15.00 Uhr
mumok

Von Claes Oldenburg bis James Turell bereitet die Lagerung und Deponierung moderner und zeitgenössischer Kunstwerke wirklich immer Kopfzerbrechen? Erfahrungsberichte über die Herausforderungen in der Sammlung des MUMOK beleuchten die tägliche Praxis in Depot- und Sammlungsbetrieb. An ausgewählten Fallbeispielen werden auch Installationen der aktuellen Ausstellung "Lichtwerke. Kunst und Licht seit den 1960er Jahren" aus konservatorischer Sicht erläutert. Ebenso erfolgt ein künstlerisch-dokumentarischer Rückblick ins 20er-Haus, welches kurz vor dem Umzug des MUMOK ins Museumsquartier als Zwischendepot der besonderen Art diente. 

 

01: Artex Art Services - Kunstdepot

Vortrag und Führung mit Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / die angewandte) und, Horst Campman (Geschäftsführer Artex Art Services - Kunstdepot)

Freitag, 3. März 2006, 15.30- 18.00 Uhr
Kunstdepot, Eyzinggasse 23, 1110 Wien

Die neue schnittpunkt-Reihe "Im Bauch des Museums" findet in mehreren Modulen statt. Jedes Modul unterliegt anderen inhaltlichen Schwerpunkten und thematisiert neue Wege in Depotplanung und -management. Dabei werden einige Depots von Wiener Sammlungen exemplarisch ausgewählt und besucht. Der Einführungsvortrag am 3. März gibt Überblick über die gesamte Veranstaltungsreihe. Die Umgebung für die Auftaktveranstaltung und das im ersten Modul fokussierte Objekt bildet das Beispiel eines kürzlich fertig gestellten und nun in der Einrichtungsphase befindlichen Depot-Neubaus, das "Kunstdepot" in Simmering.