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langweilige geschichten über den alltag

 

"Denn nichts ist schwieriger, als die Realität in ihrer Banalität erfahrbar zu machen. Darin besteht das Problem der Soziologen: das Gewöhnliche ungewohnt zu machen; es so zu schildern, dass sichtbar wird, wie außergewöhnlich es ist."  Pierre Bourdieu

28. Mai – 8. Juni 2002, Eröffnung 25. Mai 2002 16.00–23.00 Uhr
KlausEngelhornDEPOT, Abelegasse 10, 1160 Wien 
Im Rahmen von SOHO in Ottakring: flüchtig Daheim

In unserer Welt scheint nur zu existieren, was medial rezipiert wird. Die Realität, die die Medien konstruieren und kontrollieren, ist eine Realität der Sensationen. Sie entwerfen eine Norm. Gibt es abseits von Spektakel und Uniformität dennoch Möglichkeiten, sich dem Kleinen, dem Alltäglichen und Peripheren zu widmen, sich Zeit zu lassen? Auf drei Ebenen näherte sich die Ausstellung diesem Thema: mit der Präsentation zeitgenössischer künstlerischer Arbeiten, mit Projekten von Jugendlichen aus dem Raum Ottakring und Recherchematerialien in der Info Lounge.

Die Ausstellung zeigte Filme, Videos und Fotos von in Österreich lebenden KünstlerInnen in fünf thematischen Bereichen. ALLEIN widmete sich den intimen, aber auch ritualisierten Momenten in privaten Räumen. FLÜCHTIGE BEGEGNUNGEN handelte von Begegnungen im öffentlichen Raum. Thema war auch der Alltag von Flucht und Migration - Bilder von Menschen, die unfreiwillig aus Wien weggingen oder irgendwann hier ankamen. BEZAHLT erzählte vom Arbeitsalltag, von Ausbeutungsverhältnissen und Übergangsphänomenen von Arbeit und Freizeit. GEMEINSAM und VERTRAUT thematisierten Bekanntschaften und Kollektive und widmeten sich dem Beziehungsalltag und seinen Ausdrucksformen.

"Ausstellungswerkstatt"
In einem Vermittlungsprojekt wurden Jugendliche aus dem Raum Ottakring eingeladen, die Themen und künstlerischen Positionen der Ausstellung zu reflektieren und selbst Eingriffe in die Ausstellung zu machen. Bei der Einbeziehung Jugendlicher geht es darum, sie mit dem Alltag, den Kunst konstruiert, und mit der Sprache künstlerischer Produktionen zu konfrontieren. Diese wird in der Ausstellung durch die präsentierten Projekte der Jugendlichen zur Diskussion gestellt. Intention dabei ist auch, die Jugendlichen zu Kommentaren anzuregen, die auf ihre eigenen Lebensentwürfe rückspiegeln. Wo wird das Kleine und Banale plötzlich groß? Was hat das "Medienspektakel" mit Alltag zu tun? Was Alltag mit den Medien? Was ist unterhaltsam, was ist langweilig?

"Info Lounge" 
In Kooperation mit der Initiative Minderheiten (Cornelia Kogoj) und der Soziologin Martina Böse wird eine zentrale Info Lounge mit Materialien bestückt, die zur weiteren Information einladen. In der Info Lounge kommt anhand von Texten, Büchern und künstlerischen Rechercheprojekten von StudentInnen der Universität für Angewandte Kunst zum Ausdruck, wie sehr die mediale Welt uns täglich mit Inszenierungen des Nicht-Alltäglichen konfrontiert und dabei zunehmend politische und soziale Realitäten konstruiert.
Die einzelnen Themen, die die Ausstellung beleuchten, werden hier nach ihrer medialen Repräsentation befragt. Welcher Alltag wird in den Medien gezeigt? Wie ist er inszeniert? Was wird dabei ausgelassen? Welche Realität wird durch die Inszenierungen der Medien wiederum geschaffen?

KünstlerInnen: Martin Arnold, Brigitte Boll, Ricarda Denzer, Gustav Deutsch, Paul Divjak, Regina Höllbacher, Victor Jaschke, Ruth Kaaserer, Sigrid Kurz, Manfred Neuwirth, Lisl Ponger, Fiona Rukschcio, Dietmar Schipek, Jutta Strohmaier, Flora Watzal

Idee, Kuratorinnen (schnittpunkt) : Christine Haupt-Stummer, Beatrice Jaschke, Nora Sternfeld
Vermittlerinnen (Büro trafo.K): Renate Höllwart, Elke Smodics in Kooperation mit Albert Sever Saal. Das Projekt
Gestaltung: Magdalena Gut
Info Lounge: Martina Böse (Soziologin), Cornelia Kogoj (Initiative Minderheiten Xenographien. Rechercheobjekte von Studentinnen der Universität für angewandte Kunst Wien)

Dank: Sixpack Film, Medienwerkstatt Wien, Generali Foundation, Lomographische Gesellschaft, Heiner Zametzer, Martina Griesser, Lisl Ponger, Alexander Horwath, Anja Salomonowitz, Carola Platzek und Vor der Information