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power of display

Ausstellungen sind polymediale Kommunikationsmittel, die erst über das Zusammenspiel unterschiedlicher Ebenen (Objekte, Gestaltung, Texte) sinnlich und kognitiv funktionieren – eine Tatsache, die selten reflektiert wird. In einer Serie von Dialogführungen geht schnittpunkt dem Verhältnis von Inhalt und Gestaltung in Wechselausstellungen nach: Inwieweit werden hegemoniale kulturelle Deutungsmuster durch die Ausstellungsgestaltung produziert bzw. prolongiert? Welche gesellschaftlichen Machtmechanismen werden durch die Gestaltung sichtbar? Welche Geschichten erzählt die räumliche Anordnung? Anhand aktueller Ausstellungsbeispiele erörtert schnittpunkt gemeinsam mit GestalterInnen und KuratorInnen inhaltliche und formale Kriterien des Gestaltens, zeigt aktuelle Tendenzen im Ausstellungsbetrieb auf, diskutiert Anforderungen bzw. Umsetzungsmöglichkeiten und macht Arbeits- und Entscheidungsprozesse des "exhibition making" transparent. Dabei werden Fragen aufgeworfen wie: Was können Ausstellungsgestaltungen über ihre funktionalen Aufgaben hinaus erreichen? Wo liegen ihre Grenzen, ihre Macht, ihre Chancen? Wie publikumsorientiert sind Gestaltungen? In welchem Verhältnis stehen Objekte und Gestaltung zueinander?

Exhibitions are polymedia methods of communication that only function in a sensual and cognitive manner when various levels (objects, design, texts, etc.) interact, a fact that is seldom reflected upon. In a series of dialogs, schnittpunkt delves into the relationship between content and form in temporary shows: To what extent does the exhibition itself produce hegemonial cultural interpretational patterns? Which social mechanisms of power or processes of social inclusion and exclusion do exhibitions expose through their design? Which subtexts are suggested by the spatial arrangements? Through examples of current exhibitions, schnittpunkt points out criteria of form and content of their display along with designers and curators. It exposes current exhibition trends, discusses the demands and modes of exhibiting and makes processes of work and decision making transparent. This throws up questions such as: What can exhibition design achieve beyond its functional tasks? Where are its limits, its power and its opportunities? How far does the design aim at a target clientele and what means are at its disposal? What is the relationship between the objects and exhibition design?
 

55: BIGGER THAN LIFE – 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfahrung

Gespräch mit Werner Hanak-Lettner (Kurator), Christian Prasser (Architekt), Stefan Fuhrer (Grafik Design), Florian Prix (Medienplanung), und  Maren Waffenschmid (Assistenz-Kuratorin)
Moderation: Beatrice Jaschke (schnittpunkt)

Donnerstag, 26. April 2012, 16.00 Uhr
Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien

Die Ausstellung BIGGER THAN LIFE spiegelt eine der wichtigsten Kulturgeschichten des
20. Jahrhunderts und führt die BesucherInnen hinter die Kulissen und Klischees der Mythenmaschine. schnittpunkt stellt in der Reihe "Power of Display" Fragen nach der Macht der Gestaltung an den Kurator, den Medienplaner und die Gestalter der Ausstellung. Wie wirken die riesigen Filmplakate im amerikanischen Großformat in einem Ausstellungsraum? Wie schafft man es so viele Filmausschnitte visuell und akkustisch zu vermitteln? Welche Rolle spielt dabei das Display? Wie stehen die Objekte zur Storyline? Und was hat eine Harley Davidson mit dem Jüdischen Museum zu tun? Kurz: Wie und mit welchen Mitteln der Gestaltung lässt sich Hollywood ausstellen?

 

54: Mit sofortiger Wirkung – künstlerische Eingriffe in den Alltag

Rundgang mit: Tinatin Natsvlishvili (Kuratorin), Robert Rüf (Gestaltung) und Christof Nardin (Ausstellungsgrafik)
Moderation: Renate Höllwart (schnittpunkt)

Dienstag, 24. Jänner 2012, 19.30 Uhr
Kunsthalle Wien Project Space Karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien

Die Ausstellung "MIT SOFORTIGER WIRKUNG – Künstlerische Eingriffe in den Alltag" kuratiert von den TeilnehmerInnen des /ecm-Lehrgangs an der Universität für angewandte Kunst Wien widmet sich Strategien und Handlungsformen von KünstlerInnen und ihren Wirkungsweisen im Alltag. Das Ausstellungsprojekt initiiert, versammelt und untersucht dabei künstlerische Ansätze, die Abläufe und Routinen des Alltags sichtbar machen, unterlaufen oder auch brechen. Fünf beauftragte Künstler/innen entwickeln neue Arbeiten, die im Umfeld des Project Space am Karlsplatz umgesetzt werden. Die Interventionen von Oliver Hangl, Marlene Haring, dem Institut für Alltagsforschung, Maruša Sagadin und Anna Witt spielen subtil mit der Wahrnehmung, (ver)stören oder konfrontieren die PassantInnen ganz direkt. Sie werden dokumentiert und gemeinsam mit 25 anderen, bereits existierenden Arbeiten in der Ausstellung präsentiert.

Im Rahmen eines Rundgangs widmet sich schnittpunkt Fragen der kuratorischen und visuellen Umsetzung der Ausstellung: Welche Anforderungen birgt das Konzept eines flexiblen und mobilen Ausstellungsdisplays, dass BesucherInnen einlädt, aktiv an der Auseinandersetzung mit den Kunstprojekten teilzunehmen? Welche Verbindungen können zwischen bereits existierenden Arbeiten und aktuellen Interventionen hergestellt werden? Was bedeutet eine kollektive AutorInnenschaft für die inhaltliche und visuelle Konzeption der Ausstellung? Wie können unterschiedliche kuratorische Positionen sichtbar gemacht werden? Welchen Stellenwert haben begleitende Informationen und Vermittlungsmedien und wie finden diese Eingang in das Display?
www.mitsofortigerwirkung.at

 

53: Verschollen im Museum - Der Künstler Karl Wiener

Gespräch mit Lisa Wögenstein und Marion Krammer (Kuratorinnen), Thomas Hamann (Architekt) und Carlos Toledo (Grafik - Toledo i Dertschei)
Moderation: Monika Sommer (schnittpunkt)

Donnerstag, 28. Juli 2011, 16.00 Uhr
Wien Museum Karlsplatz, Karlsplatz, 1040 Wien

Die Ausstellung "Verschollen im Museum - Der Künstler Karl Wiener" versteht sich als Fallstudie zu einem weitgehend unbekannten Künstler, dessen Arbeiten durch eine Nachlasswidmung 1960 in einer Holzkiste ins Museum der Stadt Wien gelangten, doch dann lange Zeit keinerlei Beachtung erfuhren. Erst in jüngster Zeit wurde dem 1901 in Graz geborenen Karl Wiener, der 1949 Selbstmord beging, Aufmerksamkeit zuteil: 2001 wurde in Graz eine Auswahl aus dem Nachlass gezeigt und seither die Aufarbeitung des Bestandes in Angriff genommen. Schon zu Lebzeiten hatte Wiener am Kunstmarkt nicht Fuß fassen können, so verdiente er seinen Lebensunterhalt als Lehrer und Gebrauchsgrafiker.

Warum "verschwinden" manche KünstlerInnen im Museum? Was bestimmt das "Schicksal" von Kunstwerken? Welche Rolle spielen dabei Qualität, persönliche Umstände, Zufall und zeitpolitischer Kontext? Und wie lassen sich diese Fragen ausstellen?

 

52: Phänomen IKEA

Gespräch mit Markus Laumann (Kurator) und Fidel Peugeot (Gestalter)
Moderation: Renate Höllwart (schnittpunkt)

Freitag, 9. Juli 2010, 16.00 Uhr
Hofmobiliendepot, Andreasgasse 17, 1070 Wien

Die Ausstellung "Phänomen IKEA" geht der Geschichte und internationalen Verbreitung von massentauglichem Design der größten Möbelmarke der Welt nach. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit IKEA die Idee eines "Design für alle" einlöst, wie es die Reformbewegungen in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts formuliert haben. "Phänomen IKEA" widmet sich dem Versuch, in 14 Stationen, die "IKEA-Erfolgsfaktoren" zu entschlüsseln und die ausgewählten Objekte aus sechs Jahrzehnten designhistorisch einzuordnen. Dabei werden Themen wie Systemmöbel, Nachhaltigkeit, das Konzept der Flachverpackung sowie die Verbreitung von Wohnideen durch den Katalog exemplarisch dargestellt.

Gemeinsam mit dem Kurator Markus Laumann und dem Gestalter Fidel Peugeot von Walking Chair Design Studio diskutiert schnittpunkt Fragen der Ausstellungsgestaltung, die Designkonzepte und ihre gesellschaftliche Relevanz in einer Ausstellung fokussieren. Wie lässt sich die Vielschichtigkeit eines kommerziellen Phänomens darstellen? Welche Rolle spielt es für die AusstellungsgestalterInnen mit Objekten des alltäglichen Gebrauchs konfrontiert zu sein? Welche Objekte wurden warum ausgewählt? Wie wird der Bezug von Designgeschichte zu aktuellen Vorstellungen von Lebens- und Wohnverhältnissen hergestellt? Welchen Stellenwert haben Informationen und Printmaterialien und wie finden diese Eingang in das Display?

Ermäßigter Eintritt: EUR 2,–

 

50: Changing Channels. Kunst und Fernsehen 1963–1987

Dialog mit Matthias Michalka (Kurator) und Martin Beck (Gestaltung)
Moderation: Nora Sternfeld (schnittpunkt)

Dienstag, 1. Juni 2010, 17.00 Uhr
mumok, Museumsquartier, 1070 Wien  

Die Ausstellung widmet sich der künstlerischen Reflexion und Nutzung des Massenmediums Fernsehens von den 1960er bis in die 1980er Jahre. Sie zeigt Werke, die den zunehmenden gesellschaftlichen Einfluss sowie die ökonomischen, technologischen und gesellschaftlichen Mechanismen dieses Mediums zur Diskussion stellen.

Die Ausstellungsgestaltung von Julie Ault und Martin Beck setzt räumliche und grafische Zeichen. Indem sie formale und gestalterische Elemente markant zum Einsatz bringt, schafft sie Rahmen, Ordnungen und Räume in der Ausstellung. Die Präsentation macht sich hier nicht unsichtbar, die kuratorischen und räumlichen Anordnungen treten in der Gestaltung vielmehr sichtlich in Aktion und in Auseinandersetzung mit den künstlerischen Arbeiten und medialen Projekten der Ausstellung.

Gemeinsam mit dem Kurator Matthias Michalka und dem Künstler und Gestalter Martin Beck diskutiert schnittpunkt die Gestaltungsstrategien der Ausstellung und stellt diese in den Kontext allgemeiner Überlegungen und aktueller Handlungsfelder des Display:
Wie wird die Ausstellung in der Gestaltung selbst zum Thema? Welches Wissen produziert Display? Wo liegen produktive Überschneidungen zwischen Display, Environment und Installation? Welche Verhältnisse von (kollektiver) AutorInnenschaft beinhaltet die Gestaltung einer Präsentation künstlerischer Arbeiten? Wie wichtig sind ästhetische Überlegungen und wie wichtig pragmatische Fragen in der Gestaltung? Inwiefern und wofür ist eine Ausstellung ein Möglichkeitsraum?

 

49: Hieronymus Löschenkohl. Sensationen aus dem alten Wien

Dialog mit Monika Sommer (Kuratorin), Thomas Hamann (Gestaltung) und Stefan Fuhrer (Grafik)
Moderation: Luisa Ziaja (schnittpunkt)

Freitag, 19. Juni 2009
Wien Museum, Karlsplatz, 1040 Wien

Das Historische Museum der Stadt Wien (Wien Museum) wurde im April 1959 - vor genau 50 Jahren - mit der Ausstellung "Hieronymus Löschenkohl" eröffnet. Zum Jubiläum steht Löschenkohl, eine schillernde Medienpersönlichkeit in Wien zur Zeit der Aufklärung, neuerlich im Mittelpunkt einer Schau. Markante Teile der Ausstellung aus dem Jahr 1959 wurden rekonstruiert. Ein zweiter Teil der Ausstellung stellt neue Fragen an einen großartigen Sammlungsbestand.

Im Rahmen eines Rundgangs widmet sich schnittpunkt u.a. folgenden Fragen:
Wie lässt sich populäre Grafik aus dem späten 18. Jahrhundert ausstellen? Wie zeigt man zwei Ausstellungen in einer? Welche Quellen finden sich zur Ausstellungsgestaltung einer Präsentation, die 50 Jahre zurück liegt? Wie unterscheiden sich die Storylines? Greift die Gestaltung Prinzipien wieder auf oder setzt sie deutliche Kontrapunkte? 

 

48: GESCHMACKSACHE. Was Essen zum Genuss macht

Dialog mit Roswitha Muttenthaler (Kuratorin), Elisabeth Limbeck-Lilienau (Projektleitung) und Peter Karlhuber (Gestaltung)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg und Renate Höllwart (schnittpunkt)

Montag, 4. Mai 2009
Technisches Museum Wien, Mariahilfer Strasse 212, 1140 Wien

Im Titel der Ausstellung "Geschmacksache. Was Essen zum Genuss macht" stecken bereits die zwei Aspekte, die die Konzeption angeleitet haben: die Frage des Geschmacks und die Frage der Transformation. Das, was uns schmeckt, ist nicht allein auf das sensorische Empfinden beschränkt, es ist immer auch eingebunden und abhängig von kulturellen Kontexten. Wechselwirkungen zwischen Geschmacksfragen, Verarbeitungs-techniken, Esskulturen und Lebensstilen zu zeigen, ist Ziel der Ausstellung. Jeden Themenschwerpunkt hat der Gestalter der Ausstellung, der Bühnenbildner Peter Karlhuber, in spezifische Raumbilder gegossen. Die Räume grenzen sich atmosphärisch deutlich voneinander ab und bieten den BesucherInnen eine strukturierte Abfolge der Bereiche. Die Ausstellung ist von einem interaktiven Vorführbereich – dem "Geschmackslabor" – ergänzt, in dem das Experimentieren im Vordergrund steht.

Im Rahmen eines Rundgangs widmet sich schnittpunkt der visuellen Umsetzung der ambitionierten Konzeption: In welchem Verhältnis steht die klare Raumstruktur zum vielschichtig intendierten Deutungsangebot der AusstellungsmacherInnen? Wo beginnt das Bühnenbild und wo endet die Ausstellungsarchitektur? Dienen Versatzstücke aus der Waren- und Lebensmittelindustrie als Ausstellungsmobiliar oder als Exponat – oder gar als beides? Wie lässt sich das Geschmackslabor räumlich integrieren? Roswitha Muttenthaler wird Idee und Konzeption vorstellen, Peter Karlhuber die gestalterischen Lösungen und Elisabeth Limbeck-Lilienau das Geschmackslabor.  

 

46: LINZ TEXAS. Eine Stadt mit Beziehungen

Dialog mit Angelika Fitz (Kuratorin), Heidi Pretterhofer/arquitectos (Ausstellungsarchitektur), Michael Rieper/MVD Austria (Ausstellungsgrafik)
Moderation: Kerstin Krenn (schnittpunkt)

Mittwoch, 3. September 2008
Architekturzentrum Wien - Alte Halle, Museumsplatz 1, A-1070 Wien

Im Vorfeld zum Kulturhauptstadtjahr 2009 steht die oberösterreichische Landeshauptstadt im Zentrum der Ausstellung "LINZ TEXAS. Eine Stadt mit Beziehungen". Die prototypische "Mittelstadt" zwischen Industrie und Kultur, Wirtschaftsmetropole und Naturraum hat in der jüngeren Vergangenheit ein bemerkenswertes Talent zur Neuerfindung gezeigt. Das kommende Jahr ruft nach neuen Profilierungen. Von wem kann Linz lernen und was können andere von Linz lernen? Und was hat Linz etwa mit Haifa, Wolfsburg oder Galati gemeinsam? Die Ausstellung nähert sich der Stadt mit spielerischen Vergleichen und Assoziationen: LINZ TEXAS verbindet einzelne Aspekte oder Eigenschaften der Stadt mit naheliegenden sowie auch scheinbar absurden Aspekten anderer Städte aus allen Teilen der Welt.

Im Rahmen eines Gesprächs in der Ausstellung widmet sich schnittpunkt unter anderem folgenden Fragen: Wie kann man eine Stadt ausstellen? Wie lässt sich ein inhaltliches Konzept auf den Raum übertragen? Welche Objekte wurden warum ausgewählt? Wie findet die Verwendung unterschiedlicher Medien Eingang in das Display? Welchen Stellenwert nehmen Texte ein? Welchen Einfluss hat die Konzeption als Wanderausstellung auf die Wahl der Gestaltungsmittel? 

 

47: Republik. AUSSTELLUNG 1918 | 2008

Dialog mit Gerhard Abel (Architekt), Julia Köstenberger (Historikerin und Ausstellungskoordinatorin)
Moderation: Charlotte Martinz-Turek und Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt)

Donnerstag, 18. Dezember 2008
Parlament, Dr. Karl-Renner-Ring, 1010 Wien

Anlässlich eines Jubiläums – 90. Jahrestag der Gründung der Ersten Republik – wurde die "Republik.AUSSTELLUNG 1918|2008" im November diesen Jahres eröffnet. Als Ort der Präsentation wurde ein historischer Ort gewählt: das Parlament in Wien, in dem 1918 die Republik ausgerufen wurde. Die Schau stellt Entwicklungslinien der österreichischen Geschichte im 20. Jahrhundert vor. Präsentiert werden Themen zu politischen Strukturen, die die Republik bis heute kennzeichnen, aber auch "die Stellung der Frau in der Gesellschaft, das Schul- und Bildungswesen, Kunst, Kultur und Medien, Religions-gemeinschaften, das Bundesheer und Sicherheitspolitik sowie Außenpolitik bis hin zur europäischen Integration – aber auch das alltägliche Leben von den Gründertagen bis heute" finden Berücksichtigung. Weitere Schwerpunkte behandeln wesentliche Kontinuitäten und Brüche in der historischen Entwicklung Österreichs. Diese divergenten Themen finden ihre Darstellung mit Hilfe unterschiedlichster historischer Materialien und Medien.

Im Rahmen eines Ausstellungsrundganges widmet sich schnittpunkt Fragen der visuellen Gestaltung von historischen Narrativen: Welche Möglichkeiten der Umsetzung finden sich für die heterogenen Themen der Ausstellung? Welche Rolle spielt der "authentische" Ort des Jubiläums? Wie werden Zäsuren von Narrationen sichtbar gemacht? Welche Wendepunkte einer österreichischen Geschichte werden durch das Ausstellungsdesign hervorgehoben? Gibt es eine klar vorgegebene Erzählung? Oder wird diese durch architektonische Brüche aufgebrochen? 
www.republikausstellung.at

 

45: Das Stift von A-Z. Momentaufnahmen aus 900 Jahren Geschichte

Dialog mit Wolfgang Huber (Kurator), Toledo i Dertschei (GestalterInnen)
Moderation: Beatrice Jaschke (schnittpunkt)

Dienstag, 29. Juli 2008
Stift Klosterneuburg, Stiftsplatz 1, 3400 Klosterneuburg

Der Anlass der Ausstellung ist die erstmalige Nennung der "Marienkirche zu Nivenburg" im "Traditionskodex" von 1108. Dieser Moment der Geschichte dient als Ausgangspunkt für verschiedene Episoden aus den letzten 900 Jahren. Die Ausstellung stellt eine Gegenerzählung zur klassischen Herrschaftsgeschichte dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Reihung der Themen in der Ausstellung erfolgt nicht chronologisch, sondern alphabetisch. Gezeigt werden in erster Linie eher unbekannte Objekte aus Stiftsbesitz. Es werden historisch sehr bedeutende, aber auch kuriose, kleine Momente aus der Geschichte heraus genommen. Als Mittel der Gestaltung wurden 26 aufgestellte Bücher entworfen, jeweils eines für jeden Buchstaben. Sie fungieren als Träger der Objekte, aber auch als Leitsystem.

Im Rahmen eines Ausstellungsrundgangs widmet sich schnittpunkt Fragen der kuratorischen und visuellen Umsetzung des Ausstellungskonzeptes: Wie lassen sich 900 Jahre Geschichte ausstellen? Wie können so unterschiedliche Themen in einer Ausstellung visualisiert werden? Welche Rolle spielt es für die Gestaltung mit einem Mix aus Materialien von Flachwaren bis zum dreidimensionalen Objekt konfrontiert zu sein? Welchen Stellenwert haben die Texte und wie werden dadurch die einzelnen Objekte vermittelt? Wie greifen der barocke Raum und ein zeitgenössisches Display ineinander? 

 

44: Netzkunst Ausstellen. Neue kuratorische Modelle und Gestaltungsfragen im Internet

Dialog mit Franz Thalmair und Carlos Katastrofsky (cont3xt.net) und Sakrowski (netart-datenbank.org)
Moderation: Nora Sternfeld (schnittpunkt)

Donnerstag, 7. Februar 2008
basis wien / Brick 5

Gemeinsam mit cont3xt.net und netart-datenbank.org widmet sich "power of display" diesmal Gestaltungsfragen von Ausstellungen im Netz. Bei einem virtuellen Rundgang entlang beispielhafter Projekte setzt sich die Veranstaltung mit Möglichkeiten zeitgenössischer Ausstellungskonzepte für die Medienkunst auseinander. Die Frage nach den Spezifika von Internet-basierter Kunst führt zu Debatten über kuratorische Modelle von experimentell, über institutionell bis hin zu zweinull.

Können Netz-basierte Kunstformen überhaupt ausgestellt werden? Wie werden kuratorische Konzepte realisiert? Welche kuratorisch/gestalterischen Herausforderungen sind mit der Präsentation künstlerischer Projekte im Netz verbunden? Wie wirken Werke im Netzraum auf einander? Welche Rolle spielen dabei Gestaltungsfragen?

cont3xt.net ist ein Wiener Medienkollektiv. In ihrem Sammelband CURATING MEDIA/NET/ART reflektieren sie aktuelle Fragestellungen an der Schnittstelle zwischen dem Repräsentationsraum und den Darstellungsformen traditioneller künstlerischer Praxis und den Ghettos von Computerkunst, elektronischer Netz- und Medienkunst.
netart-datenbank.org ist ein interdisziplinäres Team aus InformatikerInnen, KunsthistorikerInnen und PädagogInnen. Seit 2000 arbeiten sie an der Entwicklung von Sammlungs- und Dokumentationssystemen für Netzkunst, die in der Lage sind, die besonderen Eigenschaften von Netzkunstwerken zu bewahren.

Eine Veranstaltung von schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis in Kooperation mit der basis wien

 

43: Ich bin keine Küche. Gegenwartsgeschichten aus dem Nachlass von Margarete Schütte-Lihotzky

Dialog mit Kerstin Krenn und Evi Scheller (Kuratorinnen) und Toledo i Dertschei (GestalterInnen)
Moderation: Renate Höllwart (schnittpunkt)

Mittwoch, 23. Jänner 2008
Universität für angewandte Kunst Wien, Ausstellungszentrum Heiligenkreuzer Hof

Das KuratorInnenteam des ecm-Lehrgangs an der Universität für angewandte Kunst Wien widmet sich mit der Ausstellung "Ich bin keine Küche" in drei Themenkomplexen Österreichs erster Architektin und bietet neue Perspektiven auf das Werk von Margarete Schütte-Lihotzky. Die Beschäftigung mit ihrem Nachlass aus den Sammlungen der Angewandten bringt biografische und persönliche Erzählungen sowie Statements und Stationen aus ihrem politischen Engagement zu Tage. Dabei steht die Relevanz historischer Positionen für das Heute im Mittelpunkt. Diese Vorgangsweise ermöglicht, Aktualisierungen vorzunehmen und mögliche Neudefinitionen zu formulieren. Die Ausstellung hinterfragt den Mythos Schütte-Lihotzky, stellt Paradigmen der Moderne, die ihr Werk prägten, zeitgenössischen künstlerischen Positionen gegenüber, und untersucht die Architektin als Wegbereiterin demokratischen Designs.

Im Rahmen eines Ausstellungsrundgangs widmet sich schnittpunkt Fragen der kuratorischen und visuellen Umsetzung der Ausstellung: Wie lassen sich architektonische Ansätze in einer Ausstellung visualisieren? Welche Rolle spielt es für die Gestaltung mit Ideen, Skizzen und Entwürfen einer Architektin konfrontiert zu sein? Was bedeutet ein großes Team von KuratorInnen für die inhaltliche und visuelle Konzeption der Ausstellung? Wie können unterschiedliche kuratorische Positionen sichtbar gemacht werden? Wie lässt sich ein Nachlass ausstellen? Welchen Stellenwert haben Informationen und wie werden Dokumente und künstlerische Arbeiten in diesem Zusammenhang präsentiert? Wie greifen der barocke Raum und ein zeitgenössisches Display ineinander? 

 

42: Karlsplatz – im Spannungsfeld von Politik, Kunst und Architektur

Dialog mit Robert Temel (Architekturtheoretiker), Elke Doppler (Kuratorin Wien Museum), Ricky Renier (Kuratorin für Kunst im öffentlichen Raum Wien)
Moderation: Charlotte Martinz-Turek (schnittpunkt)

Freitag, 5. Oktober 2007
Karlsplatz vor der Karlskirche, 1040 Wien

Als Verkehrsknoten in der Nähe der Innenstadt war der Karlsplatz seit der Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder Anlass und Ausgangspunkt für stadtplanerische Überlegungen einer umfassenden Neuordnung. Der von stark frequentierten Verkehrsadern zerschnittene Platz wird vorgestellt als Kunstplatz, Karlspark, Verkehrsknoten, Kulturmeile oder Tourismusort. Die urbanen Funktionen, die dabei angesprochen werden, reichen von Universitätsstandort über Spielplätze für Kinder, Erholungszone zu Versorgungsfunktion Naschmarkt oder Event Location für open air Veranstaltungen. Neben all diesen Schlagwörtern, die der Stärkung der Identität des Karlsplatzes Vorschub leisten, ist diesem aber auch ein Negativimage geblieben: Verkehrsprobleme, Schwarzmarkt, dunkle Wegführungen oder Drogenszene. Der Diskurs der umstrittenen Planungen für eine Neu- bzw. Umgestaltung des Karlsplatzes macht ein umkämpftes Verhältnis von Kunst, Architektur, Politik und Öffentlichkeit sichtbar.

Welche gesellschaftlichen Machtmechanismen bzw. sozialen In- und Exklusionsprozesse werden durch die Gestaltung vorangetrieben? Welche ProtagonstInnen des Platzes sind in der Öffentlichkeit vertreten? Welche sind im Stadtbild nicht erwünscht? Welche Rolle spielt Kunst im öffentlichen Raum für die "Gestaltung" des Karlsplatzes? Wie nehmen stadtplanerische und architektonische Maßnahmen sichtbaren aber auch unsichtbaren Einfluss auf Aufenthalts- und Bewegungsräume in der Stadt? 

 

41: MUSEUM_inside_out. Arbeit am Gedächtnis. Ein Diskurs- und Ausstellungsprojekt

Dialog mit Matthias Beitl (Kurator) und Lisi Breuss (Gestaltung)
Moderation: Beatrice Jaschke (schnittpunkt)

Mittwoch, 19. September 2007
Volkskundemuseum Wien

Die Museumsarbeit, die normalerweise zu 80 Prozent Backstage unter Ausschluss der Öffentlichkeit passiert, wird bei diesem einzigartigen Projekt in die Ausstellungsräume transferiert, KuratorInnen, RestauratorInnen, BibliothekarInnen, ArchivarInnen, KulturvermittlerInnen agieren gleichsam auf einer Bühne und treten derart über die Museumsobjekte und ihre Arbeit mit diesen mit den BesucherInnen in Interaktion. Der Prozess selbst hat experimentellen Charakter, nur einige grundlegende Vorgangsweisen sind festgelegt, das Enddatum ist offen. Das Österreichische Museum für Volkskunde spielt in dieser Werkstattsituation mit den herkömmlichen Strukturen und Inhalten des Museums. Sie werden durchbrochen, um einen Diskurs zu etablieren, der nicht nur von ExpertInnen geführt wird, sondern besonders auf das Mitwirken der BesucherInnen aufbaut.

Im Rahmen eines Rundgangs im Dialog mit dem Kurator Matthias Beitl und der Gestalterin Lisi Breuss widmet sich schnittpunkt Fragen der visuellen Umsetzung dieses ungewöhnlichen Konzepts: Wie lässt sich Museumsarbeit ausstellen - welche Strategien und Lösungen wurden hier gefunden? Wie lassen sich Arbeitsprozesse in der Gestaltung sichtbar machen? Mit welchen Mitteln kann Diskurs visualisiert werden? Inwieweit werden die MuseumsmitarbeiterInnen hier selbst zu Objekten der Ausstellung? Welche Auswirkungen hat das Projekt auf die interne Kommunikation? Und nicht zuletzt: In welchem (neuen) Verhältnis stehen die MitarbeiterInnen zu den BesucherInnen des Museums?

 

40: Ordnung muß sein. Das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

Dialog mit Ingo Zechner (Kurator) und Martin Kohlbauer (Architekt)
Moderation: Monika Sommer-Sieghart und Nora Sternfeld (schnittpunkt)

Montag, 13. August 2007
Jüdisches Museum Wien

Die Ausstellung basiert auf einem bemerkenswerten Fund an Dokumenten, die im Jahr 2000 in einer leer stehenden Wohnung eines der Israelitischen Kulturgemeinde gehörenden Zinshauses entdeckt wurden. In Karteiladen, Büchern und Umzugskartons befanden sich ca. 500.000 Seiten Akten aus den Jahren der NS-Herrschaft in Österreich vermischt mit anderen Archivalien der Kultusgemeinde. Mit der Präsentation dieses vergessen Materials reflektiert die Ausstellung wesentliche Fragen, die das Verhältnis von Archiv und Museum, die Geschichte der jüdischen Gemeinde ebensowie das österreichische kollektive Gedächtnis betreffen. Erarbeitet wurde sie von Felicitas Heimann-Jelinek, Lothar Hölbling, Gerhard Milchram, Christa Prokisch und Ingo Zechner, die Gestaltung stammt von Architekt Martin Kohlbauer.

Im Rahmen eines Ausstellungsrundgangs widmet sich schnittpunkt den visuellen Umsetzungen, die die Ausstellung für die Präsentation wählt. Warum erscheinen die Archivalien wert, in einer Ausstellung thematisiert zu werden? Wie lässt sich ein Archiv ausstellen? In welchem Verhältnis stehen Museum und Archiv zu den historischen materiellen Überresten? Wie lassen sich die "Instanzen der Ohnmacht" (Doron Rabinovici) in einer Ausstellung thematisieren? Wie manifestieren sich die Überlagerungen von Ordnungsprinzipien des Archivs in der Ausstellungsgestaltung: der Zeugnischarakter der Materialien, die der Organisation von Vertreibung und Ermordung dienten einerseits und Aspekte gegenwärtiger Sammlung und Ordnung andererseits? Welche geschichtspolitischen Einsätze sind der Gestaltung eingeschrieben? Wie verschränkt sich die Sonderausstellung mit den permanenten Hologrammen des Jüdischen Museums?

 

39: Elke Krystufek Liquid Logic. The Height of Knowledge and the Speed of Thought

Einführung: Tulga Beyerle (Kuratorin)
Dialog mit Tulga Beyerle und Elke Krystufek (Künstlerin)
Moderation: Beatrice Jaschke und Nora Sternfeld (schnittpunkt)

Freitag, 30. März 2007
MAK Wien

Für die Ausstellung "liquid logic" versammelt Elke Krystufek Objekte aus der Sammlung des Museums für Angewandte Kunst und stellt sie aktuellen eigenen Arbeiten gegenüber. Durch eine bewusst irrationale Aufstellung entwickelt die Künstlerin Installationen und Displays, die mit klassischen musealen Präsentationsmustern brechen und durch neue Zusammenstellungen neue Geschichten in den Blick rücken. Der Film "Dr. Love on Easter Island" stellt dafür räumlich und inhaltlich einen zentralen Knotenpunkt dar.

Diesen Schnittstellen zwischen museologischen Fragestellungen, gestalterischen Entscheidungen und installativer Produktion geht schnittpunkt mit einer Veranstaltung nach: Welche neuen Geschichten ergeben die historischen Objekte in Konfrontation mit den künstlerischen Arbeiten und in ihrer neuen Konstellation? Unterstreicht oder durchbricht die Zusammenstellung die Sammlungsgebiete und die klassische Materialtrennung des Hauses (Metall, Textil, Keramik, Glas etc.)? Welche thematischen Perspektiven ergeben sich in der Reaktion einer zeitgenössichen Künstlerin auf tradierte Formen des Sammelns, Bewahrens, Ausstellens und Vermittelns? Was bedeutet es für die Gestaltung, wenn Ausstellungsdisplay und künstlerische Installation verschmelzen? 

 

38: Die Couch. Vom Denken im Liegen

Dialogführung mit Lydia Marinelli (Ausstellungskuratorin) und Monika Sommer (schnittpunkt)

Dienstag, 5. September 2006
Sigmund Freud Museum Wien

Das Freud Museum rückt mit "Die Couch. Vom Denken im Liegen" das Möbel, alltäglicher Einrichtungsgegenstand und Synonym für die Psychoanalyse, ins Zentrum seiner Ausstellungsaktivitäten im Freud-Jahr. BesucherInnen werden mit der Couch als therapeutischem Instrument, als Ort der freien Assoziation und als Vehikel poetischer Produktion konfrontiert. Gebrauchsgegenstände und Abbildungen aus medizinischen Zusammenhängen sowie filmische Einblicke in die gängigen Heilbehandlungen zur Zeit Freuds zeichnen einen Kontrast zu dessen Arbeits- und Behandlungsraum. Verschiedene Liegemöbel aus der Jahrhundertwende verweisen auf die zeitgenössischen Debatten um Ergonomie und Erholung.

schnittpunkt geht u.a. folgenden Fragen nach: Wie lassen sich im Medium Ausstellung mit den Mitteln der Wissenschaft, der Kunst und Literatur die Gedankenräume, die im Liegen entstehen, vermessen? Wie wird in der Ausstellung mit der Abwesenheit des zentralen Leitobjekts, der Freud-Couch, umgegangen? Welche Arbeitsweisen sind notwendig, wenn die Gestalter - wie hier der amerikanische Designer Abbott Miller - nicht vor Ort sind?

 

37: >m< wie made, mania und mehr. Ein Ausstellungsprojekt von Jugendlichen für Jugendliche über Musik und Kunst, Geschichte und Gegenwart

Dialogführung mit Elke Smodics (Konzeption und Organisation / Büro trafo.k) und Dietlind Rott (Ausstellungsgestaltung)
Moderation: Luisa Ziaja (schnittpunkt)

Donnerstag, 29. Juni 2006
Projektraum Sonnensegel, Preßgasse 28, 1040 Wien

In einer mehrmonatigen Projektarbeit konzipierten und realisierten Lehrlinge und SchülerInnen eine Ausstellung, die Verbindungen zwischen Mozart, den aufklärerischen Gedanken seiner Werke und der Gegenwart herstellt. In diesem Projekt wurde - vorrangig mit Lehrlingen - in Zusammenarbeit mit KünstlerInnen aus den Bereichen Bildende Kunst und Musik ein Prozess initiiert, der es den Jugendlichen ermöglicht, an der Rezeption von Mozart in der Gegenwart selbständig mitzuarbeiten sowie Themen und Objekte für die Ausstellung zu entwickeln und zu gestalten. Aufbauend auf den Beiträgen der Lehrlinge wurde die Ausstellung durch Kommentare und Interventionen von SchülerInnen in Form von Vermittlungsaktionen und Veranstaltungsreihen erweitert.

schnittpunkt geht u.a. folgenden Fragen nach: Was kann das Medium Ausstellung in der Arbeit mit Jugendlichen leisten? Gibt es spezifische Anforderungen an die Ausstellungsgestaltung? Wie gehen die KünstlerInnen mit ihrer Rolle in dem Projekt um? Was unterscheidet >m< wie made, mania und mehr von anderen Projekten des Wiener Mozartjahres?
http://www.trafo-k.at

 

36: Verborgene Geschichte/n - remapping Mozart. Konfiguration II: Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!

Dialog mit Nora Sternfeld, Ljubomir Bratic (KuratorInnen) und Toledo i Dertschei (GestalterInnen)
Moderation: Charlotte Martinz-Turek (schnittpunkt)

Freitag, 19. Mai 2006
Molkereistraße 2/Max-Winter-Platz 17, 1020 Wien

"Eine Ausstellung mit Dokumenten und künstlerischen Arbeiten"
Mit dem Projekt "Verborgene Geschichte/n - remapping Mozart" wird im Rahmen des Wiener Mozartjahres 2006 eine Gegengeschichtsschreibung eingefordert und präsentiert, die dem vorherrschenden Geschichtsbild und der Konstruktion eines einzigen Geschichtskanons eine Mehrzahl von Geschichten gegenüber stellen will. Ein Hauptaugenmerk gilt - bei den vier Konfigurationen an vier verschiedenen Standorten in Wien - jenen verborgenen Positionen, Fakten, Strukturen und Zusammenhängen, die bei großen nationalen Jubiläen gemeinhin unsichtbar bleiben. Die zweite Konfiguration findet im Stuwerviertel im zweiten Wiener Gemeindebezirk statt und zeigt eine zentrale Informationsausstellung mit Dokumenten und kü?nstlerischen Arbeiten in einem aufgelassenen Geschäftslokal. Unter dem Titel "Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!" widmet sie sich Regulierungen, Rebellionen und Ausschlüssen im ausgehenden 18. Jahrhundert und in der Gegenwart.

schnittpunkt geht Fragen nach der Präsentationsform einer Ausstellung zu verborgenen Geschichten nach. Welcher Rahmen kann für die Thematisierung von Ungleichheit, Rebellion oder Ausschlüssen gefunden werden? Wie kann eine Präsentationsform dem entgehen, einen klar strukturierten Rahmen für die Themen einer Ausstellung zu schaffen? Welchen Stellenwart hat Information? Wie werden Dokumente und künstlerische Arbeiten in diesem Zusammenhang präsentiert? 

 

35: DÖW - Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes. Neugestaltung des Museums und Veranstaltungszentrums

Dialog mit Brigitte Bailer-Galanda (Wissenschaftliche Leiterin des DÖW) und Anton Falkeis (Gestalter - Falkeis & Falkeis-Senn Architekten)
Moderation: Nora Sternfeld (schnittpunkt)

Dienstag, 14. Februar 2006
Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Altes Rathaus, Wipplingerstraße 6-8, 1010 Wien, Eingang im Hof

Im November 2005 eröffnete die neue Ausstellung des Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes. Sie ist im Museum und Veranstaltungszentrum untergebracht und spannt einen inhaltlichen Bogen von der Vorgeschichte des Nationalsozialismus über Widerstand und Verfolgung in der NS-Zeit bis zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit nach 1945. Ausgangspunkt der Neugestaltung war die Vergrößerung des ehemaligen Ausstellungsbereichs zu einem zusammenhängenden Raumvolumen. Der Eingang wurde zur Hofseite verlegt. Die Präsentation legt einen Schwerpunkt auf die Präsenz des puren originalen Materials: Sie nimmt keine zusätzliche Oberflächenveredelung vor. Eine weitere wesentliche Herausforderung für die Gestaltung stellte der Umgang mit dem denkmalgeschützten Gebäude und seinen unterschiedlichen historischen Bauabschnitten dar, dessen Besonderheiten mit ausstellungsspezifischen Erfordernissen verbunden wurden.
schnittpunkt geht Fragen nach der Präsentation einer gegenwärtigen Ausstellung zur NS-Geschichte nach: In welchem Verhältnis steht die Gestaltung zu den historischen Materialien? Wie werden Dokumente und Fotografien präsentiert? Welche gestalterischen Herausforderungen birgt die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit den historischen Fakten der NS-Verbrechen? Mit welchen Mitteln geht die Architektur auf pädagogische Erfordernisse ein?