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power of display

Ausstellungen sind polymediale Kommunikationsmittel, die erst über das Zusammenspiel unterschiedlicher Ebenen (Objekte, Gestaltung, Texte) sinnlich und kognitiv funktionieren – eine Tatsache, die selten reflektiert wird. In einer Serie von Dialogführungen geht schnittpunkt dem Verhältnis von Inhalt und Gestaltung in Wechselausstellungen nach: Inwieweit werden hegemoniale kulturelle Deutungsmuster durch die Ausstellungsgestaltung produziert bzw. prolongiert? Welche gesellschaftlichen Machtmechanismen werden durch die Gestaltung sichtbar? Welche Geschichten erzählt die räumliche Anordnung? Anhand aktueller Ausstellungsbeispiele erörtert schnittpunkt gemeinsam mit GestalterInnen und KuratorInnen inhaltliche und formale Kriterien des Gestaltens, zeigt aktuelle Tendenzen im Ausstellungsbetrieb auf, diskutiert Anforderungen bzw. Umsetzungsmöglichkeiten und macht Arbeits- und Entscheidungsprozesse des "exhibition making" transparent. Dabei werden Fragen aufgeworfen wie: Was können Ausstellungsgestaltungen über ihre funktionalen Aufgaben hinaus erreichen? Wo liegen ihre Grenzen, ihre Macht, ihre Chancen? Wie publikumsorientiert sind Gestaltungen? In welchem Verhältnis stehen Objekte und Gestaltung zueinander?

Exhibitions are polymedia methods of communication that only function in a sensual and cognitive manner when various levels (objects, design, texts, etc.) interact, a fact that is seldom reflected upon. In a series of dialogs, schnittpunkt delves into the relationship between content and form in temporary shows: To what extent does the exhibition itself produce hegemonial cultural interpretational patterns? Which social mechanisms of power or processes of social inclusion and exclusion do exhibitions expose through their design? Which subtexts are suggested by the spatial arrangements? Through examples of current exhibitions, schnittpunkt points out criteria of form and content of their display along with designers and curators. It exposes current exhibition trends, discusses the demands and modes of exhibiting and makes processes of work and decision making transparent. This throws up questions such as: What can exhibition design achieve beyond its functional tasks? Where are its limits, its power and its opportunities? How far does the design aim at a target clientele and what means are at its disposal? What is the relationship between the objects and exhibition design?
 

34: Alltag - Eine Gebrauchsanweisung

Dialog mit Lisa Noggler (Projektleiterin), Susanne Wersing (Kuratorin), Wolfgang Tobisch (Projektmanagement) und Nike Glaser-Wieninger (Mediengestaltung)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt)

Montag, 9. Jänner 2006
Technisches Museum Wien

Im Herbst 2005 wurde im Technischen Museum Wien die Ausstellung "Alltag - Eine Gebrauchsanweisung" eröffnet. Diese basiert auf dem Sammlungsbereich "Bau-, Alltags- und Umwelttechnik". Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Mensch-Technik-Verhältnis: Der Fokus liegt auf der Bedeutung, die der Gebrauch von technischem Gerät für Menschen hat - unter kulturwissenschaftlichem Blick wird der Technisierung unseres Alltags nachgegangen. Ziel der letzten Phase der Wiedereinrichtung des Technischen Museums Wien ist es, die bestehende Sammlung unter zeitgemäß wissenschaftlichen und übergeordneten Fragestellungen zu präsentieren. Dabei werden auch Berührungspunkte und Schnittstellen zu den anderen permanenten Ausstellungsbereichen des Hauses aufgegriffen.

schnittpunkt geht dieser Zielstellung nach: Wie zeitgemäß können dauerhafte Sammlungspräsentationen sein? Wie vermittelt sich die inhaltliche Klammer in einer Sammlung, deren Heterogenität und inhaltliche Breite gleichermaßen ihre Qualität bildet? Welchen Kriterien unterliegt die Gliederung der Ausstellung? Wie kann die angestrebte Verlinkung zu den anderen Sammlungspräsentationen entstehen? Welche Botschaft trägt die charakteristische Präsentation im "Depot-look"?  

 

33: MAHLERIANA - DAS WERDEN EINER IKONE

Dialog mit Michaela Feurstein-Prasser (Kuratorin am Jüdischen Museum der Stadt Wien), Thomas Geisler (Szenograph) und Reinhold Kubik (Kurator der Ausstellung)
Moderation: Monika Sommer-Sieghart (schnittpunkt)

Donnerstag, 15. Dezember 2005
Jüdisches Museum der Stadt Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien

Die Ausstellung Mahleriana - Das Werden einer Ikone würdigt die Aktivitäten der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft, die heuer ihr fünfzigjähriges Bestehen feiert. Ziel ihrer Tätigkeit ist die Anerkennung und Verbreitung der Musik Gustav Mahlers. Sie zählt heute zur weltweit führenden Institution der Mahler-Forschung.
schnittpunkt geht u.a. folgenden Fragen nach: Wie stellt man das musikalische Werk Gustav Mahlers aus? Wie kann die soziale Genese und der prozessuale Charakter des Werdens eines "Superstars" gezeigt werden? Wie konzipiert man eine "Leistungsschau" und bewahrt sich trotzdem einen kritischen Zugang zur Materie? Auf welche Erfahrungen mit "Musikausstellungen" konnte im Haus zurückgegriffen werden? Wie funktioniert Vermittlungsarbeit in einer Musikausstellung? Gelingt der Spagat, sowohl das Fachpublikum als auch eine interessierte Öffentlichkeit als Zielpublikum zu gewinnen?
www.maupi.com
www.gustav-mahler.org

 

32: AN/SAMMLUNG AN/DENKEN. Ein Haus und seine Dinge im Dialog mit zeitgenössischer Kunst

Dialog mit Cornelia Meran (Kuratorin der Ausstellung) und Walter Kirpicsenko / Alexander Klose (Architekten)
Moderation: Charlotte Martinz-Turek (schnittpunkt)

Donnerstag, 2. Juni 2005
Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien

"Eine Frau erbt ein Haus. Das Haus ist voll mit Dingen, voll mit Resten der vorhergegangenen drei Generationen. Sie sind einzigartig: ihre Menge, ihre ungestörte Anordnung, ihre Gewöhnlichkeit, die lange ungebrochene Zeitspanne des Ansammelns von rund hundert Jahren, die biografischen Vernetzungen, die nachvollziehbar sind. Einzigartig ist auch die Position zwischen Museum, Depot, Archiv, Abfall, Wohnraum, die dieses Haus innehat und somit in Frage stellt." Cornelia Meran

Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt AN/SAMMLUNG AN/DENKEN ist "das Haus": eine Jahrhundertwendevilla in Salzburg, deren Bewohner über 120 Jahre nichts weggeworfen haben. Im Rahmen der Ausstellung wird das Thema Erinnerung, der Umgang mit ihr und Narrationen die an Objekte geknüpft scheinen zur Diskussion gestellt. Die "gesammelten Objekte" die sich in der Salzburger Villa befunden haben, werden Arbeiten von zeitgenössischen KünstlerInnen gegenüber gestellt. Aktuelle Fragestellungen aus der zeitgenössischen Kunst verbinden sich mit Fragen - die nicht zuletzt dem Museum inhärent sind - nach Formen der Erinnerung, der Sammlung und Systematisierung von Objekten. Welche Form kann eine Ausstellungsarchitektur finden diese Fragestellung nicht als Oppositionen zu trennen, sondern einen gemeinsamen inhaltlichen Raum zu generieren?

 

31: John F. Kennedy mit Special: Gipfel Wien 1961. Chruschtschow und Kennedy

Dialog mit Monika Sommer (Kuratorin, Wien Museum / schnittpunkt) und Adele J. Gindlstrasser (Ausstellungsgestalterin, RAHMarchitekten)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (Univ. für angewandte Kunst / schnittpunkt)

Mittwoch, 6. April 2005
Wien Museum Karlsplatz, 1010 Wien

Die Ausstellung unternimmt eine historisch-kritische Würdigung von Leben, Politik und Mythos John F. Kennedys (1917-1963). Als Hoffnungs- und Symbolfigur steht JFK für die Aufbruchsstimmung, aber auch die Bedrohungsszenarien in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg (Berlin- und Kubakrise). Am 3. und 4. Juni 1961 trafen einander die Repräsentaten von Ost und West, John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow, in Wien. Voraussetzung dafür war Österreichs Status als neutrales Land. 6 Jahre nach Abschluß des Staatsvertrages wurde somit die "Neutralität" mit neuen Inhalten gefüllt.

Die Ausstellung "John F. Kennedy" wurde vom Wien Museum aus dem Deutschen Historischen Museum Berlin übernommen, gekürzt und um das "Special" zum Wiener Gipfel ergänzt. Wie geht man inhaltlich und architektonisch mit einer "Ausstellung in der Ausstellung" um? Wie wird aus einer Fülle von heterogenen Objekten (Fotos, Medienausschnitten, Memorabilia, Kunstwerken) eine ansprechende Ausstellung ohne zum "Gemischtwarenladen" zu werden? 

 

30: "Peter Eisenman. Barfuß auf weiß glühenden Mauern"

Dialog mit Tulga Beyerle (Kuratorin) und Michael Wallraff (Ausstellungsgestalter)
Moderation: Christine Haupt-Stummer (schnittpunkt / section.a)

Dienstag, 15. März 2005
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien

Die Ausstellung "Peter Eisenman, Barfuß auf weiß glühenden Mauern" widmet sich dem Schaffen Eisenmans der letzten 40 Jahre. Für diese exemplarische Zusammenstellung entwarf der amerikanische Architekt eine Ausstellungsgestaltung, die auf der Maxime beruht: Architektur ist gebauter Raum. Damit wird die Ausstellungshalle des MAK zum Miniatur gewordenen architektonischen Manifest, das Einblicke in Arbeiten Eisenmans gewährt und gleichzeitig Bezüge zur Originalarchitektur des MAK inszeniert.

schnittpunkt geht gemeinsam mit Tulga Beyerle, Kuratorin dieser Ausstellung, und Michael Wallraff, umsetzender Ausstellungsarchitekt, in einer Dialogführung Fragen nach den installativen wie vermittelnden Qualitäten von gebauter Architektur in Ausstellungen nach: Kann der hier gewählte zitathaften Ansatz den architektonischen Werken Eisenmans gerecht werden? Vermitteln die begehbaren Erlebnisräume Architektur umfassender als gewohnte Medien der Modelle, Pläne oder Schnitte?

 

29: Alt Wien. Die Stadt, die niemals war

Dialog mit Wolfgang Kos (Dir. Wien Museum / Kuratorenteam) und Christian Prasser (cp-architektur / Gestalter der Ausstellung)
Moderation: Charlotte Martinz-Turek (schnittpunkt / Büro trafo.K)

Donnerstag, 3. Februar 2005
Wien Museum im Künstlerhaus

Die Ausstellung "Alt Wien. Die Stadt, die niemals war" setzt sich mit dem Mythos "Alt Wien" auseinander, der Wien als eine Stadt präsentiert, die ihr besonderes Flair aus der Vergangenheit bezieht; hinterfragt wird das Image einer "Weltmetropole des Rückblicks". Die Ausstellung zeichnet unter dem Aspekt "Alt gegen Neu" 200 Jahre Stadtgeschichte nach, berichtet von Konflikten zwischen "Demolierern" und "Bewahrern" und untersucht die Stereotypen der ewigen Wien-Nostalgie. Der Untertitel der Ausstellung weist auf ein Paradox hin, das nicht aus der Welt zu schaffen ist, egal wie stark die Sehnsucht nach der "guten, alten Zeit" auch sein mag. Jede imaginierte Vergangenheit, also auch das "verklungene" Wien voller Gemüt und "heiterer Zufriedenheit", kann nur eine nachträgliche Projektion sein, die sich aus den jeweils gegenwärtigen Gefühls- und Interesselagen speist.

schnittpunkt geht gemeinsam mit Wolfgang Kos, Direktor des Wien Museum und einer der Ausstellungskuratoren, und dem Ausstellungsgestalter Christian Prasser konzeptuellen und gestalterischen Fragen zu "Alt Wien" nach. Wie greifen die gestalterischen Strukturen in die inhaltliche Erzählung ein? Welche Strategien können Stereotype und Mythen eines Stadtbildes visualisieren und sie gleichzeitig aufbrechen und kritisch beleuchten? Wie sehr korrelieren dabei inhaltliche Überlegungen und gestalterische Ideen? 

 

28: Schiele Landschaften & Goya. Die grafischen Zyklen

Dialog mit Angela Hareiter (Architektin) und Beatrice Jaschke (Kunstvermittlerin)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / Univ. für angewandte Kunst)

Donnerstag, 7. Oktober 2004
Leopold Museum Wien

Derzeit gibt es die Möglichkeit, gleich zwei Ausstellungen in der Sammlung Leopold zu sehen, die von der Architektin und Filmset-Designerin Angela Hareiter gestaltet wurden. Die Ausstellung Schiele Landschaften präsentiert erstmals umfassend außergewöhnlichen Häuser- und Stadtlandschaften von Egon Schiele. Parallel dazu wird im 1.UG mit 228 Blättern das grafische Werk des spanischen Künstlers Francisco de Goya in Erstausgaben präsentiert. Beide Ausstellungen wurden von Prof. Rudolf Leopold kuratiert und von Angela Hareiter gestaltet.
schnittpunkt geht in einer Dialogführung Fragen nach Möglichkeiten des Displays dieser beiden sehr unterschiedlichen Ausstellungen nach. Wie korreliert die inhaltliche Erzählung mit den Kunstgegenstäden? Wie sprechend ist die Gestaltung? Inwieweit spielen Ausstellungsarchitektur und Ausstellungsinhalt zusammen? Welchen Stellenwert erzielt die Ausstellungsarchtektur? Schafft die Gestaltung eine Strukturierung der Narration? Inwieweit übernimmt die Gestaltung Vermittlungsaufgaben oder steht in Konkurrenz zu diesen? Erfüllt die Gestaltung die Funktion eines Leitsystems und inwieweit werden BesucherInnen mitgedacht? Wie kam es zur Ausformung dieser so unterschiedlichen Gestaltungen? Wie korrelieren die beiden Ausstellungen zueinander, die vom BesucherInnen zur gleichen Zeit im selben Haus wahrgenommen werden?  

 

27: Massenware Luxusgut. Technik und Design zwischen Biedermeier und Wiener Weltausstellung 1804–1873

Dialog mit Alexandra Kuhn (TMW / Projektkoordination der Ausstellung), Margarete Dietrich, Dietrich Untertrifaller (Ausstellungsgestaltung, Bauaufsicht)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / Univ. für angewandte Kunst)

Montag, 23. August 2004
Technisches Museum Wien

Als Höhepunkt des diesjährigen Ausstellungsjahres im Technischen Museum Wien gilt die Ausstellung "Massenware Luxusgut", die auf der ältesten und historisch wertvollsten Sammlung des Hauses basiert, dem k.k. Nationalfabriksproduktenkabinett. Die Ausstellung zeichnet ein Bild des beginnenden Industriezeitalters der Donaumonarchie von 1804 bis 1873. Die Begriffe "Biedermeier" und "Weltausstellung" stellen zeitliche Bezugspunkte dar, und spannen zugleich den erzählerischen Bogen. Kurator ist Reinhard Mittersteiner, für die Gestaltung zeichnet sich das Vorarlberger Architektenduo Dietrich / Untertrifaller verantwortlich, die Grafik konzipiert fuhrer visuelle gestaltung.
schnittpunkt geht in einer Dialogführung Fragen nach Möglichkeiten des Displays einer faszinierend heterogenen Sammlung nach. Wie korreliert die inhaltliche Erzählung mit Objektbeständen, deren Bandbreite von Teigwaren, Manschetten, Krägen über Schmuck aus Glas und Echthaar reicht? Fügen sich die Hands-on Modelle neben dem historischen Objekt ein? Nehmen Gestaltung und interaktives Vermittlungsprogramm aufeinander Bezug?  

 

26: a_schau - Österreichische Architektur im 20. und 21. Jahrhundert

Dialog mit Karl Emilio Pircher, Fidel Peugeot (walking chair / Aussgellungsgestaltung) und Monika Platzer, Gabriele Kaiser (az w / Kuratorinnen)
Moderation: Christine Haupt-Stummer (schnittpunkt / section.a)

Mittwoch, 12. Mai 2004
Architekturzentrum Wien

Das Architekturzentrum Wien eröffnet im März 2004 den ersten Teil einer semipermanenten Überblicksausstellung zur österreichischen Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts. Entlang einer Zeitachse macht die chronologische Abfolge bestimmte Phasen der Architekturentwicklung nachvollziehbar. 10 Episoden regen die punktuelle Vertiefung in bestimmte Themenfelder (z.B. Wohnen) an. Die ausgewählten Projekte sind nicht als historische, unantastbare Ikonen präsentiert, sondern anhand von weiterführender Dokumentation in ihrer Umnutzung, Neuinterpretation, Alterung oder Zerstörung aufgezeigt. So kommt in der Ausstellung der gesamte Fundus der Medien zur Architekturpräsentation zum Einsatz: Pläne, Skizzen, Texte, Fotos, Modelle und Filme. Dafür entwickelte das Design Studio walking chair ein dynamisches und flexibles Präsentationssystem entwickelt, das basierend auf einem simplen H-Modul auf die unterschiedlichen Displayerfordernisse reagieren kann.

schnittpunkt geht gemeinsam mit den Kuratorinnen der Ausstellung, Monika Platzer und Gabriele Kaiser, und den beiden Ausstellungsgestaltern von Walking Chair, Karl Emilio Pircher und Fidel Peugeot, Fragen der Präsentation von Architektur auf den Grund: Wie lässt sich dem Anspruch nach einer Unmittelbarkeit der Architektur gerecht werden? Kann die Vielzahl der Materialien und Medien Architektur lebendig machen? Welche rolle spielt dabei Schrift? Und: welches Bild evoziert der Werkstattcharakter der Ausstellungsgestaltung?

 

25: Body Display. performative installation #4

Dialog mit Eva Maria Stadler (Grazer Kunstverein / Ausstellungskuratorin) und Dorit Margreiter (Künstlerin)
Moderation: Christine Haupt-Stummer (schnittpunkt / section.a)

Donnerstag, 15. April 2004
Secession Wien

Body Display thematisiert den menschlichen Körper im ökonomischen Kontext. Der Begriff Display verweist auf die räumliche Präsentationsform, auf den bühnenhaften Rahmen, in dem sich der Körper zur Schau stellt und in dem er agiert. Zugleich bezieht er sich auf den Körper selbst, der als Display für verschiedene Rollen und Identitäten fungiert. In Korrespondenz zur thematischen Ausrichtung der Ausstellung wird in den Hauptraum der Secession mit einer eingehängten Decke eine imaginäre Bühnenfläche eingezogen, wodurch der Raum gleichermaßen zum Aktionsraum wie zum Projektionsraum - zur Black Box - wird.

schnittpunkt geht gemeinsam mit Eva Maria Stadler, einer der Kuratorinnen, und Dorit Margreiter, einer der beteiligten KünstlerInnen, Fragen nach inhaltlichen wie formalen Gesichtspunkten von Display nach: Welchen Mechanismen und Strategien bedient sich Display im Ausstellungskontext, welchen im thematischen Rahmen von Körper & Ökonomie? Ergänzen sie sich im Ausstellungsraum? Ergeben sich aus dieser Verschränkung besondere Anforderungen an die Gestaltung?

 

24: gastarbajteri – 40 jahre arbeitsmigration

Dialog mit Cornelia Kogoj (Initiative Minderheiten / Ausstellungskuratorin) und Simonetta Ferfoglia, Heinrich Pichler (gangart / künstlerische Konzeption)
Moderation: Nora Sternfeld (schnittpunkt / Büro trafo.K)

Samstag, 13. März 2004
Wien Museum Karlsplatz

Die Ausstellung gastarbajteri, 40 Jahre Arbeitsmigration erzählt Geschichten der Migration nach Österreich anhand von elf Stationen, die über elf exemplarische Orte - als Dispositive der Ausstellungsnarration - die Zusammenhänge zwischen Biografien von ArbeitsmigrantInnen und strukturellen, politischen und rechtlichen Veränderungen in Österreich und den Herkunftsländern beleuchten. Das Konzept für die Ausstellung wurde von der Initiative Minderheiten entwickelt und in Zusammenarbeit mit dem Wien Museum realisiert. Ein dezidierter Ausgangspunkt des Projektes bestand darin, eine weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs ausgeblendete Geschichte in die offizielle Geschichtsschreibung hineinzureklamieren. Dafür fanden Kooperationen mit unterschiedlichen AkteurInnen aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft und Aktivismus statt, die als AutorInnen die elf Stationen selbständig recherchiert und inhaltlich konzipiert haben. Der Künstlergruppe gangart kam dabei mit dem Auftrag der Gestaltung auch eine wesentliche Funktion der Strukturierung der verschiedenen Themen, Ansätze und Verfahrensweisen zu.

schnittpunkt geht gemeinsam mit der Kuratorin Cornelia Kogoj (Initiative Minderheiten) und den GestalterInnen Simonetta Ferfoglia und Heinrich Pichler (gangart) den konzeptuellen und gestalterischen Verfahrensweisen des Projektes nach. Wie lässt sich Migration ausstellen? Welche Strategien der Visualisierung wurden für die Präsentation von Migrationsgeschichten entwickelt - im Spannungsfeld zwischen dem Anliegen einer Herstellung von Sichtbarkeit einerseits und der Gefahr der Zurschaustellung des "Fremden" andererseits? Wie können strukturelle Ausschlussmechanismen und rechtliche Rahmenbedingungen in einer Ausstellung gezeigt werden? Worin besteht der andere Blick, den die Ausstellung auf Migrationsgeschichte wirft?  

 

23: Francis Bacon und die Bildtradition

Dialog mit Barbara Steffen (Gastkuratorin) und Anselm Wagner (freier Kritiker)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / Univ. für angewandte Kunst)

Donnerstag, 18. Dezember 2003
Kunsthistorisches Museum Wien

Francis Bacon (1909-1992) zählt zu den bedeutendsten britischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien zeigt sein Werk erstmals im Kontext der Bildtradition. Bacon hat sich Zeit seines Lebens mit Künstlern unterschiedlichster Epochen auseinandergesetzt - angefangen von alten Meistern der Renaissance bis zu seinen Zeitgenossen im 20. Jahrhundert. Den Werken von Bacon stehen daher Werke von Künstlern gegenüber, sowie zahlreiche Fotovorlagen und Skizzen (Studio-Funde), die Bacon als Inspirationsquelle für seine Ölgemälde verwendet hat.

schnittpunkt geht gemeinsam mit der Kuratorin der Ausstellung, Barbara Steffen, und dem Kunstkritiker Anselm Wagner Fragen bezüglich des Konzepts, der Didaktik und des Inhalts durch die Gestaltung der Ausstellung nach. Was erzählt das Hängekonzept den BesucherInnen? Schränkt das Nebeneinander der Kunstwerke und ihrer Inspirationsquellen den Betrachter ein oder öffnen sich neue Perspektiven in der Betrachtungsweise?  

 

22: Greg Lynn Intricate Surface

Dialog mit Andreas Kristof (MAK / Ausstellungskurator) und Georg Kolmanitsch (MAK / Restaurator)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / Univ. für angewandte Kunst) 

Mittwoch 22. Oktober 2003
MAK Galerie, Wien

Unter dem Titel "Intricate Surface" zeigt das MAK einen Einblick in das Werk des Architekten Greg Lynn, der als Revolutionär in der Ausformung computergestützten Designs in der Architekturproduktion gilt. Grundlegend für Lynn ist die Integration von Zeitlichkeit und Bewegung in den architektonischen Formfindungsprozess. Die kleine Schau in der MAK Galerie verdeutlicht diese Arbeitsweise in einem bemerkenswert runden Konzept, nicht zuletzt durch die Integration von Objekten der Sammlung und formverwandter Lebewesen. schnittpunkt verfolgt gemeinsam mit dem Kurator Andreas Kristof und dem Restaurator Georg Kolmanitsch den Grenzgang zwischen künstlerischer Idee und Umsetzung. Ist die Ausstellung als Gesamtkunstwerk zu verstehen? Beeinträchtigt die detailfreudige Ausführung den ganzheitlichen Anspruch? Werden Muster vormusealer Präsentationsformen deutlich? Wie können Tiere neben Kunstwerken bestehen?

 

21: Von der Pose zum Ausdruck

Dialog mit Barbara Lesak (ÖTM / Ausstellungskuratorin), Gerald Piffl (ÖTM / Assistent Ausstellungskurator) und Thomas Hamann (Ausstellungsgestalter)
Moderation: Christine Haupt-Stummer (schnittpunkt / section.a)

Mittwoch, 30. Juli 2003
Österreichisches Theatermuseum, Wien

Anhand ausgewählter Werke der Fotosammlung des Österreichischen Theatermuseums zeigt die Ausstellung eine umfassende Geschichte der Bühnenfotografie in Österreich, erweitert durch Blicke nach Berlin und Moskau. Dabei thematisiert die Ausstellung das Potenzial der Fotografie als Werbe- und Propagandamittel bzw. als Bilddokument der Jahre 1900 bis 1930. Gemeinsam mit der Ausstellungskuratorin Barbara Lesak und dem Ausstellungsgestalter Thomas Hamann geht schnittpunkt Fragen der Präsentation nach: Wie thematisiert die Ausstellung den heutigen Blick auf das historische Material? Wie unterstützt die Gestaltung die Narration? Welchen Stellenwert erhält das einzelne Foto und wie wird es ausgestellt? Wie verhält sich die Gestaltung der Ausstellung zur Gestaltung der Schausammlung des Museums?  

 

20: in/aus/nach: SALZBURG

Dialog mit Sasha Pirker (Architekturkritikerin / Ausstellungskuratorin) und Herbert Stattler (as_architecture / Ausstellungsarchitekt)
Moderation: Christine Haupt-Stummer (schnittpunkt / section.a)

Freitag, 06. Juni 2003
Ausstellungszentrum im Ringturm, Wien

Die Wanderausstellung der Initiative Architektur Salzburg zeigt eine Auswahl von Bauten und Projekte der letzten 10 Jahre. Eingeladen sind rund 40 Architektenteams aus dem In- und Ausland, die insgesamt ca. 70 Projekte präsentieren. Das Konzept der Ausstellung geht von der allgemeinen europäischen Vorstellung eines Hauses aus: ein klassischer Kubus mit Satteldach. Diese Idee eines Hauses bildet die inhaltliche Basis der Ausstellungsgestaltung, die as_architecture in Form von faltbaren Häusern aus Wellpappe umsetzte. Sie bilden das Trägermaterial für die architektonische Vielfalt der in der Ausstellung präsentierten Bauten.

Gemeinsam mit der Kuratorin der Ausstellung, Sasha Pirker, und Herbert Stattler, as_architecture, geht schnittpunkt Fragen nach wie: Wie ausstellbar ist Architektur? Wo liegen die Grenzen und welcher Abstraktionsgrad ist BesucherInnen noch zumutbar? Welche Rolle erhält dabei die Ausstellungsarchitektur?  

 

19: Rückblicke - Ausblicke: Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion mit Regina Wonisch (AG theoretische & angewandte Museologie / IFF),, Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / Univ. für angewandte Kunst Wien), Christian Prasser (cp architektur), Werner Hanak (Jüdisches Museum Wien), Harald Krejci (Ö. Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung)
Moderation: Christine Haupt-Stummer (schnittpunkt / section.a) und Monika Sommer (schnittpunkt / Museen der Stadt Wien)

Dienstag, 20. Mai 2003
Depot, Wien

Nach 18 Power of Display-Veranstaltungen hält schnittpunkt inne, um in einer Gesprächsrunde ein Resümee zu ziehen und gleichzeitig einen neuen Auftakt zu setzen: Welche Aspekte, welche Beziehungen zwischen Inhalt und Gestaltung von Ausstellungen wurden bislang noch nicht ausreichend bedacht? Gibt es fixe Kategorien der Ausstellungsanalyse für künftige Power of Display Dialogführungen? Zudem freut sich schnittpunkt einen Reader zum Thema präsentieren zu dürfen, der Essays der PodiumsdiskutantInnen, einem Fragenkatalog sowie eine Dokumentation der bisherigen Dialogführungen umfasst. Der Reader wird ab Mitte Juni 2003 als Download zur Verfügung stehen.  

 

18: Parallele Avantgarden - Gibt es eine europäische Fotografie?

Dialog mit Ruth Horak (Artspace / Kuratorin), Hermann Huber (Artspace / Kurator) und Michaele Schippl (Ausstellungsgestaltung)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / Univ. für angewandte Kunst)

Montag, 12. Mai 2003
Artspace im brick5, Wien

Die Eröffnungsausstellung des Artspace im brick5 widmet sich der Fotogeschichte Sloweniens und der Slovakei aus den 1920/30ern, 1960/70ern und 2000ern. Die ausgewählten Positionen kreisen um die einschneidenden Veränderungen, die der Fotografie als künstlerisches Bildmedium widerfahren sind. Als gestalterisches Mittel hat die Kuratorin Ruth Horak ein Zitat der Raumstadt von Friedrich Kiesler gewählt: auf einem hängenden, verschachtelten Gerüst aus Dachlatten sind die Fotoarbeiten und erklärenden Texte in unterschiedlicher Höhe mal liegend, mal hängend plaziert. schnittpunkt analysiert gemeinsam mit den KuratorInnenn und der Ausstellungsarchitektin dieses Konzept und diskutiert Fragen wie: Welcher inhaltliche Anspruch steht hinter dem Aufgreifen einer historischen Ausstellungsgestaltung? Welche Geschichten werden durch die unterschiedlichen Plazierungen der Arbeiten und Texte im Raum erzählt? Wie gestaltet sich das Verhältnis Einzelarbeit und Rauminstallation?  

 

17: Heimo Zobernig - Mid Career Survey

Dialog mit Heimo Zobernig (Künstler / Ausstellungsgestalter) und Eva Badura-Triska (mumok / Kuratorin)
Moderation: Nora Sternfeld (schnittpunkt / Büro trafo.K)

Donnerstag, 9. Jänner 2003
Museum Moderner Kunst Stiftung, Wien Ludwig Wien

Die Ausstellung im MUMOK gibt einen Überblick über das bisherige Schaffen Heimo Zobernigs und ist in ihrer Gesamtheit selbst wiederum eine Installation des Künstlers. Schon im Juni vergangenen Jahres hat Zobernig im Lichtschacht des Museums einen "Weißen Kubus" installiert und damit eine durchgehende Ausstellungsebene geschaffen, in der nun seine Retrospektive gezeigt wird. Die rund 150 Arbeiten umfassende Werkschau mit einem Schwerpunkt auf Videoarbeiten wurde von Eva Badura-Triska, MUMOK kuratiert.

schnittpunkt analysiert gemeinsam mit Heimo Zobernig - dem Künstler, Gestalter und Architekten der Ausstellung - und der Kuratorin gestalterische Herausforderungen der Werkschau: Welche Möglichkeiten räumlicher Inszenierung bietet die Personalunion zwischen Künstler und Gestalter? Wie wirkt die Präsentation, die Inszenierung auf die künstlerischen Arbeiten? In welchem Rahmen präsentiert der Künstler wie seine Videos? In welcher Verbindung steht die Gestaltung der Ausstellung mit dem vom Künstler selbst geschaffenen Ausstellungsraum? Welche Rolle hatte die Kuratorin?  

 

16: Guatemala - Das Land des Quetzal. Von den Maya zur Spanischen Welt

Dialog mit Gerard van Bussel (Völkerkunde Museum Wien / Kurator)
Moderation: Monika Sommer ( schnittpunkt / ÖAW - Junior Fellow am IFK)

Freitag, 20. Dezember 2002
Völkerkunde Museum, Wien

"Das Land des Quetzal, wie Guatemala von den Maya genannt wurde, kann [...] im Völkerkundemuseum entdeckt werden", verspricht der Ankündigungstext der im Völkerkundemuseum Wien stattfindenden Wanderausstellung des Kunsthistorischen Museums.
schnittpunkt geht gemeinsam mit dem Kurator für die Südmerika Abteilung, Gerard van Bussel, diesem Versprechen nach. In einer gemeinsamen Analyse des in der Ausstellung präsentierten Bildes des Landes kommen u.a. folgende Punkte zur Sprache: Schafft die Ausstellung eine Annäherung an das Fremde? Welcher Kontext wird über die Objektpräsentation hinaus erzählt? Nimmt die Ausstellung, die eine Übernahme aus Spanien ist, eine (post)koloniale Perspektive ein? Welche Rolle spielt das Farb- bzw. das Lichtkonzept? Wie wird Kolonialisierung thematisiert? Welche Lesarten der Ausstellung bieten sich an, welche ergeben sich zwischen den Zeilen, das heißt zwischen den Objekten?  

 

15: Schmarotzer - Jahresausstellung der Parasitären Klasse der Akademie der bildenden Künste Wien

Dialog mit Jessica Beer (Akademie der bildenden Künste Wien / Ausstellungsmanagement) und Matthias Brandstetter, Sonja Leimer, Julia Wieger (Ausstellungsarchitektur)
Moderation: Nora Sternfeld (schnittpunkt / Büro trafo.K)

Freitag, 25. Oktober 2002
Semperdepot, Wien

Seit 1998 finden an der Akademie der bildenden Künste Wien extern kuratierte Jahresausstellungen statt. Durch die Einladung international renommierter KuratorInnen soll einerseits das aktuelle Schaffen an der Akademie öffentlich gemacht werden, andererseits sollen damit die StudentInnen, losgelöst vom Lehrbetrieb und vom Einfluss der ProfessorInnen, mit einem Blick konfrontiert werden, der von außen kommt. Seitdem es diese Ausstellungen gibt, gab es Diskussionen über die Legitimität des KuratorenInnenprinzips und damit einhergehende Versuche, die Ausstellung von Jahr zu Jahr mehr zu einem gemeinsam konstruierten Projekt zwischen den Studierenden und den KuratorInnen zu machen. In diesem Sinn präsentiert die Ausstellung in diesem Jahr unter dem doppeldeutigen Titel "Schmarotzer" die Ergebnisse einer als kuratorische Strategie initiierten "Parasitären Klasse", die von Zdenka Badovinac, Leiterin der Moderna Galerija Ljubljana, betreut wurde. Die Architektur wurde von Studierenden des Instituts für Kunst und Architektur entwickelt und beruht auf einer Struktur von Ebenen verschiedener Niveaus, die wie Felder in einem Raster ohne Anfang und Ende angeordnet sind.

schnittpunkt hinterfragt gemeinsam mit den ArchitektInnen und Jessica Beer, Ausstellungsmanagement der Akademie der bildenden Künste Wien, die Rahmenbedingungen des Zusammenspiels zwischen dem Konzept der Ausstellung und der Architektur sowie die unterschiedlichen architektonischen Anforderungen der einzelnen künstlerischen Arbeiten. Untersucht werden auch Möglichkeiten, die Ausstellungsidee im Display sichtbar zu machen, und Gelingen und Scheitern offener partizipatorischer Ausstellungsprojekte.