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03: Museen für zeitgenössische Kunst

"Der Akt des Sammelns ist kein einfacher. Denn kulturelle Angelegenheiten haben politische Implikationen."

Konzeption und Moderation: Christine Haupt-Stummer, Charlotte Martinz-Turek und Luisa Ziaja (schnittpunkt)

12.–13. Februar 2005

Die großen Kunstmuseen wie die Tate Modern in London, das Centre Georges Pompidou in Paris oder das MoMA in New York haben in den letzten Jahren Versuche unternommen, ihre Präsentationsformen der Kunst des 20. Jahrhunderts neu zu überdenken - jeweils auf unterschiedliche Art und Weise: Mit Serien von jeweils einem Zeitraum von 40 Jahren umfassenden "Dossier" Präsentationen auf den unterschiedlichen Stockwerken oder durch eine Zusammenstellung nach Bewegung und Künstler vom europäischen Blickpunkt, sowie anhand von thematischen Blocks, die jeweils Werke unterschiedlicher Zeiten direkt miteinander konfrontieren. Es lässt sich gegenüber dem "Panorama" Gedanken eines möglichst vollständigen Überblicks eine neue Tendenz der Museen ablesen, einzelne künstlerische Positionen vertiefend und isoliert, in großem Umfang zu zeigen. Schwerpunktsetzung wird über enzyklopädische Präsentation gestellt. Es findet generell ein Wandel der Setzung der Einheiten historischen Denkens wie Tradition, Einfluss, Entwicklung, Quelle und Original hin zu Begriffen wie Diskontinuität, Bruch, Schwelle und Transformation statt. So fordert Harald Szeemann, dass etwas anderes passieren soll als das Vorführen von "Erbauungsmaterial" und definiert seine Arbeit: "Ich gehe von der Intensität und ihrer Erfüllung in Erlebnisräumen aus und nicht von kunsthistorischen Kategorien". Jean Christoph Ammann wiederum bezeichnet sich nicht als Wissenschafter, sondern als "Heiratsvermittler" und spricht von "Klimazonen". Werke schaffen eine Matrix sich wandelnder Beziehungen, die die BetrachterInnen jeweils unterschiedliche Bezüge, punktuelle Rückbezüge und Schwerpunkte sehen lassen. Die chronologische Hängung nach Schule wird vermehrt aufgegeben, dennoch steht der didaktische Wert weiterhin im Vordergrund: immer soll ein Zugang zur Kunst des 20. Jahrhundert geschaffen werden, doch statt diese auf dem "Fließband der Geschichte" zu präsentieren, soll ein Zugang ganz bewusst in der eigenen Zeit positioniert werden. Künstlerische Positionen "aus der eigenen" Zeit in eine Sammlung zu integrieren, kann Fragen und Grenzen von Kategorisierung zeitgenössischer Kunstproduktion transparent machen. story line will neue Formen des musealen Selbstverständnisses aufzeigen und Fragen jenseits von "Erlebnisräumen" und "Klimazonen" stellen. So soll eine Diskussion in die Museumsszene getragen und somit eine breite Öffentlichkeit dafür sensibilisieren werden.

Programm

Samstag, 12. Februar 2005, 10.00-18.00 Uhr
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
MUMOK - Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, MuseumsQuartier, 1070 Wien
TBA21 - Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Himmelpfortgasse 13, 1010 Wien

10.00-11.00 Depot
Einführung zum Thema mit einer Schwerpunktsetzung auf die Wiener Situation
Vortrag von Luisa Ziaja (schnittpunkt)
11.00-12.30 MUMOK
Sammlungspräsentation FOCUS II
Rundgang mit Rainer Fuchs (Wissenschaftlicher Leiter, Stellvertretender Direktor)

14.15-15.15 TBA21
Sammlungsausstellung MODUS OPERANDI
Rundgang mit Daniela Zyman (Kuratorin der Sammlung)
15.30-16.30 Depot
Historische Sammlung und zeitgenössische Kunst am Beispiel Lentos Kunstmuseum Linz
Vortrag von Stella Rollig (Direktorin)
16:45-17:45
Abschließende Diskussion
Moderation: schnittpunkt

Sonntag, 13. Februar 2005, 10.30-18.00 Uhr
Gefechtsturm Arenbergpark MAK-Gegenwartskunstdepot, Dannebergplatz, Barmherzigengasse, 1030 Wien
Generali Foundation, Wiedner Hauptstrasse 15, 1040 Wien
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

10.30-11.30 MAK-Gegenwartskunstdepot
Sammlungsdepot
Rundgang mit Rüdiger Andorfer (Assistenz Kustos für Gegenwartskunst)
12.00-13.00 Generali Foundation
Sammlungsstrategien und deren Präsentation
Vortrag Doris Leutgeb (Sammlung, Leitung Studienraum)

14.15-15.15 Depot
MiP Museum in Progress: Projektbeispiel Gebrauchsbilder vorgestellt von Vitus H. Weh (freier Kurator und Kritiker)
15.45-16.45 Depot
Beyond NATO-Art. Zum Sammeln Ausser-Europäischer künstlerischer Positionen in Museen moderner und zeitgenössischer Kunst
Vortrag von Christian Kravagna (Autor und Kunstkritiker)
17.00-17.45 Depot
Abschließende Diskussion und Reflexion
Moderation: schnittpunkt

Mit freundlicher Unterstützung von MA7