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04: Ethnografische Sammlungen

ReferentInnen: Araba Evelyn Johnston-Arthur (Kultur- und Sozialwissenschafterin), Christian Kravagna (Kunsthistoriker und Kritiker), Regina Wonisch (Museologin)
Konzept und Moderation: Belinda Kazeem (Kunstvermittlerin und Publizistin), Charlotte Martinz-Turek und Nora Sternfeld (schnittpunkt)

28.–30. September 2007

In der Reihe storyline. sammlungen ausstellen widmet sich schnittpunkt diesmal ethnografischen Sammlungen. Vielfach wurde beschrieben, dass die Entstehung moderner Museen historisch in einem engen Zusammenhang mit der Konstituierung von Nationalstaaten steht. Vor dem Hintergrund von Kolonialismus und Nationenbildung gehen die Konstruktionen von Gemeinschaft mit der Konstruktion der "Anderen" einher. Nationalmuseen entstehen gleichzeitig mit ethnografischen Sammlungen. So entwickelte und angewandte Techniken der Wissensproduktion sind zugleich Instrumente kolonialer Herrschaft: Sie produzieren spezifisches Wissen über die "Anderen", welchen in diesen Prozessen keine Verfügungsgewalt über ihre Repräsentation zugestanden wird.

Im Workshop werden Museums- und Ausstellungspraxen im Hinblick auf die Konstruktion von "Andersheit" und die damit einhergehenden Logiken "epistemischer Gewalt" analysiert. Wird die Geschichte der Sammlung reflektiert bzw. mit welchen Mitteln wird sie verschleiert? Inwieweit werden die binären Logiken von Norm/Abweichung, eigenes/fremdes, männlich/weiblich reproduziert? Wie können gegenwärtige emanzipatorische Perspektiven, aktivistisches Wissen und Rückforderungsansprüche in museologische Analysemethoden einbezogen werden? Transdisziplinäre Ansätze (Politikwissenschaft, Internationale Entwicklung, Geschichte, Museologie, Bildwissenschaft) erweitern die Arbeit an Analysekategorien. Ausblicke auf Selbstorganisationen stellen Strategien und Rückforderungsansprüche vor.

Programm

Freitag, 28. September 2007, 19.00–21.30 Uhr
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

19.00-20.00
Einführung in Thema und Programm
20.00-21.00
Filmpräsentation "Cracks in the mask" (R: Frances Calvert, D/Aus/CH, 1997, 57 Min.)
anschließend Diskussion

Samstag, 29. September 2007, 10.00-19.00 Uhr
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
KHM - Kunsthistorisches Museum Wien, Maria Theresien-Platz, 1010 Wien

10.00-11.00
Vorstellung und Diskussion Literatur/Reader
11.00-12.30
Die Konstruktion der "Anderen"
Vortrag von Araba Evelyn Johnston-Arthur (Kultur- und Sozialwissenschafterin)
12.45-13.30
Konserven des Kolonialismus: Die Welt im Museum
Vortrag von Christian Kravagna (Kunsthistoriker und Kritiker)
13.30-15.00 Mittagspause
15.00-17.30 KHM
Besuch des Kunsthistorischen Museums Wien
Gemeinsamer Rundgang und kritische Reflexion
18.00-19.30 Depot
Rückforderungsansprüche im Zusammenhang mit der Ausstellung "Benin - Könige und Rituale", Völkerkundemuseum Wien
Vortrag von Belinda Kazeem (Kulturvermittlerin und Publizistin)

Sonntag, 30. September 2007, 10.00-16.00 Uhr
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien 
NHM - Naturhistorisches Museum Wien, Maria Theresien-Platz, 1010 Wien

10.00-11.00 NHM
Einführung und Input zum Naturhistorisches Museum Wien
Margit Berner (Kuratorin NHM)
11.00-12.30 NHM
Gemeinsamer Rundgang und kritische Reflexion
Regina Wonisch (Museologin)
12.30-14.00 Mittagspause
14.00-15.00 Depot
Talking back - Counter-Strategies am Beispiel der Ausstellung "Let it be known"
Vortrag von Belinda Kazeem (Kunstvermittlerin und Publizistin) und Nora Sternfeld (Kunstvermittlerin und Kuratorin)

15.00-16.00
Reflexion und Zusammenfassung

Mit freundlicher Unterstützung von bmwf, abteilung Gesellschaftswissenschaften