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02: Ausstellungstexte

Referenten: Andreas Hoffer und Stefan Nowotny
Moderation: Beatrice Jaschke und Nora Sternfeld (schnittpunkt)

13. Dezember 2003, 10.00–19.00 Uhr
Sammlung Essl, An der Donau Au 1, 3400 Klosterneuburg

Ausstellungstexte stellen ein eigenes Genre der Textproduktion dar, das spezifischen Regeln und Gesetzen folgt. Sie sind zumeist an der Wand angebracht, werden oft im Stehen gelesen und müssen dementsprechend leicht rezipierbar sein. Es handelt sich um eine Textsorte, die ihre AutorInnen nicht ausweist: Raum- und Objekttexte verschleiern die Positioniertheit ihrer Informationen. Sie stellen keine Thesen auf, sondern sprechen scheinbar objektiv. Sie drängen sich nicht auf, halten sich zurück, tun so, als ob nicht sie es wären, sondern die Objekte, die aus sich selbst sprechen würden. Sie suggerieren Nachvollziehbarkeit und Evidenz und geben eine Selbstverständlichkeit vor, die ihre Konstruiertheit ebenso verdeckt wie die institutionellen Rahmenbedingungen und Prämissen denen sie folgen. Sie sind damit ein wesentlicher Teil der Mittel, mit denen in Ausstellungen Wahrheitseffekte produziert werden.

In einem Workshoptag werden Beispiele von Textproduktion in Ausstellungen im Hinblick auf Autorität und Autorschaft, Sprache und Aufbau sowie auf implizite und explizite Konstruktionen von Wirklichkeit analysiert. Welche Botschaften, welche Diskurse werden durch Texte in Ausstellungen vermittelt und produziert? Inwiefern werden Unterscheidungen zwischen "befugten und unbefugten" SprecherInnen suggeriert? Wie lassen sich die Positionen überprüfen, aus denen gesprochen bzw. repräsentiert wird?
Andreas Hoffer gibt Einblick in die Praxis der Produktion von Raumtexten in der Sammlung Essl. Stefan Nowotny geht in einem theoretischen Impulsreferat einer Genealogie sprachlicher Herrschaftstechniken in Ausstellungen nach.