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04: Kinder & Jugendaktionen

Referentinnen: Claudia Ehgartner und Rahel Puffert
Moderation: Beatrice Jaschke und Nora Sternfeld (schnittpunkt)

10. Jänner 2004, 10.00–19.00 Uhr
basis-wien_MQ infopool, Museumsplatz 1, 1070 Wien

Die Angebote für Kinder und Jugendliche in Ausstellungen werden seit den 70er Jahren immer zahlreicher und diversifizierter. Sie reichen heute von themenspezifischen Kinderführungen bis zu Puppentheater, Übernachtungen im Museum, SchülerInnen-führen-SchülerInnen Aktionen bis zu partizipatorischen Projekten mit Jugendlichen, bei denen zum Beispiel nachhaltige Eingriffe in Ausstellungen entwickelt werden. Darüber hinaus eröffnen Kindermuseen wie das "Zoom" in Wien und das jüngst eröffnete "Frida und Fred" in Graz eigene Möglichkeiten der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Der Workshop geht Fragen hinsichtlich der Methoden und Ansätze aktueller Vermittlungspraktiken nach. Heute scheint eine gewisse Skepsis gegenüber "Frontalunterricht" und "abprüfbaren Leistungsnachweisen" in der Vermittlung durchaus Konsens geworden zu sein. Mit der "personal- und zeitintensiven" Vermittlungsarbeit und dem Primat der selbständigen Erkundung der Ausstellungen durch die Jugendlichen hat etwa das Projekt "Kolibri flieg" und im Anschluss daran der Verein Stördienst im Museum Moderner Kunst in Wien ab Mitte der 80 er Jahre Ansätze entwickelt, die auch über Kunstmuseen hinaus weitgehend zum Standard geworden sind: Vermittlung wird zunehmend als Interaktion verstanden, bei der Jugendliche in ihrer Selbsttätigkeit ernst genommen und gefordert werden. In der Weiterentwicklung dieser Strategien geht es heute verstärkt um partizipatorische Ansätze und Kontextualisierungen in Gesprächen, bei denen mit Jugendlichen und nicht für sie gearbeitet wird.

Diese Ansätze würdigend und ihre historische Tiefen- und Breitenwirkung respektierend, will der Workshop ihre impliziten Prämissen in den Blick nehmen, sie durchaus gegen den Strich bürsten und zur Gewohnheit gewordene Selbstverständlichkeiten in Frage stellen: Ist der pädagogische Leitsatz Jugendliche seien "dort abzuholen, wo sie stehen" und das damit verbundene Anknüpfen an eigene Erfahrungen und Gewohnheiten wirklich das, was Vermittlungsarbeit in Ausstellungen heute leisten soll? Wie viel Selbstbestimmtheit fordern und vertragen solche Vermittlungsmodelle? Inwiefern werden die eigenen stereotypen Vorstellungen und Bilder sowie Brüche in den Ausstellungserzählungen in den Blick der Vermittlung genommen?