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power of display

Ausstellungen sind polymediale Kommunikationsmittel, die erst über das Zusammenspiel unterschiedlicher Ebenen (Objekte, Gestaltung, Texte) sinnlich und kognitiv funktionieren – eine Tatsache, die selten reflektiert wird. In einer Serie von Dialogführungen geht schnittpunkt dem Verhältnis von Inhalt und Gestaltung in Wechselausstellungen nach: Inwieweit werden hegemoniale kulturelle Deutungsmuster durch die Ausstellungsgestaltung produziert bzw. prolongiert? Welche gesellschaftlichen Machtmechanismen werden durch die Gestaltung sichtbar? Welche Geschichten erzählt die räumliche Anordnung? Anhand aktueller Ausstellungsbeispiele erörtert schnittpunkt gemeinsam mit GestalterInnen und KuratorInnen inhaltliche und formale Kriterien des Gestaltens, zeigt aktuelle Tendenzen im Ausstellungsbetrieb auf, diskutiert Anforderungen bzw. Umsetzungsmöglichkeiten und macht Arbeits- und Entscheidungsprozesse des "exhibition making" transparent. Dabei werden Fragen aufgeworfen wie: Was können Ausstellungsgestaltungen über ihre funktionalen Aufgaben hinaus erreichen? Wo liegen ihre Grenzen, ihre Macht, ihre Chancen? Wie publikumsorientiert sind Gestaltungen? In welchem Verhältnis stehen Objekte und Gestaltung zueinander?

Exhibitions are polymedia methods of communication that only function in a sensual and cognitive manner when various levels (objects, design, texts, etc.) interact, a fact that is seldom reflected upon. In a series of dialogs, schnittpunkt delves into the relationship between content and form in temporary shows: To what extent does the exhibition itself produce hegemonial cultural interpretational patterns? Which social mechanisms of power or processes of social inclusion and exclusion do exhibitions expose through their design? Which subtexts are suggested by the spatial arrangements? Through examples of current exhibitions, schnittpunkt points out criteria of form and content of their display along with designers and curators. It exposes current exhibition trends, discusses the demands and modes of exhibiting and makes processes of work and decision making transparent. This throws up questions such as: What can exhibition design achieve beyond its functional tasks? Where are its limits, its power and its opportunities? How far does the design aim at a target clientele and what means are at its disposal? What is the relationship between the objects and exhibition design?
 

44: Netzkunst Ausstellen. Neue kuratorische Modelle und Gestaltungsfragen im Internet

Dialog mit Franz Thalmair und Carlos Katastrofsky (cont3xt.net) und Sakrowski (netart-datenbank.org)
Moderation: Nora Sternfeld (schnittpunkt)

Donnerstag, 7. Februar 2008
basis wien / Brick 5

Gemeinsam mit cont3xt.net und netart-datenbank.org widmet sich "power of display" diesmal Gestaltungsfragen von Ausstellungen im Netz. Bei einem virtuellen Rundgang entlang beispielhafter Projekte setzt sich die Veranstaltung mit Möglichkeiten zeitgenössischer Ausstellungskonzepte für die Medienkunst auseinander. Die Frage nach den Spezifika von Internet-basierter Kunst führt zu Debatten über kuratorische Modelle von experimentell, über institutionell bis hin zu zweinull.

Können Netz-basierte Kunstformen überhaupt ausgestellt werden? Wie werden kuratorische Konzepte realisiert? Welche kuratorisch/gestalterischen Herausforderungen sind mit der Präsentation künstlerischer Projekte im Netz verbunden? Wie wirken Werke im Netzraum auf einander? Welche Rolle spielen dabei Gestaltungsfragen?

cont3xt.net ist ein Wiener Medienkollektiv. In ihrem Sammelband CURATING MEDIA/NET/ART reflektieren sie aktuelle Fragestellungen an der Schnittstelle zwischen dem Repräsentationsraum und den Darstellungsformen traditioneller künstlerischer Praxis und den Ghettos von Computerkunst, elektronischer Netz- und Medienkunst.
netart-datenbank.org ist ein interdisziplinäres Team aus InformatikerInnen, KunsthistorikerInnen und PädagogInnen. Seit 2000 arbeiten sie an der Entwicklung von Sammlungs- und Dokumentationssystemen für Netzkunst, die in der Lage sind, die besonderen Eigenschaften von Netzkunstwerken zu bewahren.

Eine Veranstaltung von schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis in Kooperation mit der basis wien

 

43: Ich bin keine Küche. Gegenwartsgeschichten aus dem Nachlass von Margarete Schütte-Lihotzky

Dialog mit Kerstin Krenn und Evi Scheller (Kuratorinnen) und Toledo i Dertschei (GestalterInnen)
Moderation: Renate Höllwart (schnittpunkt)

Mittwoch, 23. Jänner 2008
Universität für angewandte Kunst Wien, Ausstellungszentrum Heiligenkreuzer Hof

Das KuratorInnenteam des ecm-Lehrgangs an der Universität für angewandte Kunst Wien widmet sich mit der Ausstellung "Ich bin keine Küche" in drei Themenkomplexen Österreichs erster Architektin und bietet neue Perspektiven auf das Werk von Margarete Schütte-Lihotzky. Die Beschäftigung mit ihrem Nachlass aus den Sammlungen der Angewandten bringt biografische und persönliche Erzählungen sowie Statements und Stationen aus ihrem politischen Engagement zu Tage. Dabei steht die Relevanz historischer Positionen für das Heute im Mittelpunkt. Diese Vorgangsweise ermöglicht, Aktualisierungen vorzunehmen und mögliche Neudefinitionen zu formulieren. Die Ausstellung hinterfragt den Mythos Schütte-Lihotzky, stellt Paradigmen der Moderne, die ihr Werk prägten, zeitgenössischen künstlerischen Positionen gegenüber, und untersucht die Architektin als Wegbereiterin demokratischen Designs.

Im Rahmen eines Ausstellungsrundgangs widmet sich schnittpunkt Fragen der kuratorischen und visuellen Umsetzung der Ausstellung: Wie lassen sich architektonische Ansätze in einer Ausstellung visualisieren? Welche Rolle spielt es für die Gestaltung mit Ideen, Skizzen und Entwürfen einer Architektin konfrontiert zu sein? Was bedeutet ein großes Team von KuratorInnen für die inhaltliche und visuelle Konzeption der Ausstellung? Wie können unterschiedliche kuratorische Positionen sichtbar gemacht werden? Wie lässt sich ein Nachlass ausstellen? Welchen Stellenwert haben Informationen und wie werden Dokumente und künstlerische Arbeiten in diesem Zusammenhang präsentiert? Wie greifen der barocke Raum und ein zeitgenössisches Display ineinander? 

 

42: Karlsplatz – im Spannungsfeld von Politik, Kunst und Architektur

Dialog mit Robert Temel (Architekturtheoretiker), Elke Doppler (Kuratorin Wien Museum), Ricky Renier (Kuratorin für Kunst im öffentlichen Raum Wien)
Moderation: Charlotte Martinz-Turek (schnittpunkt)

Freitag, 5. Oktober 2007
Karlsplatz vor der Karlskirche, 1040 Wien

Als Verkehrsknoten in der Nähe der Innenstadt war der Karlsplatz seit der Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder Anlass und Ausgangspunkt für stadtplanerische Überlegungen einer umfassenden Neuordnung. Der von stark frequentierten Verkehrsadern zerschnittene Platz wird vorgestellt als Kunstplatz, Karlspark, Verkehrsknoten, Kulturmeile oder Tourismusort. Die urbanen Funktionen, die dabei angesprochen werden, reichen von Universitätsstandort über Spielplätze für Kinder, Erholungszone zu Versorgungsfunktion Naschmarkt oder Event Location für open air Veranstaltungen. Neben all diesen Schlagwörtern, die der Stärkung der Identität des Karlsplatzes Vorschub leisten, ist diesem aber auch ein Negativimage geblieben: Verkehrsprobleme, Schwarzmarkt, dunkle Wegführungen oder Drogenszene. Der Diskurs der umstrittenen Planungen für eine Neu- bzw. Umgestaltung des Karlsplatzes macht ein umkämpftes Verhältnis von Kunst, Architektur, Politik und Öffentlichkeit sichtbar.

Welche gesellschaftlichen Machtmechanismen bzw. sozialen In- und Exklusionsprozesse werden durch die Gestaltung vorangetrieben? Welche ProtagonstInnen des Platzes sind in der Öffentlichkeit vertreten? Welche sind im Stadtbild nicht erwünscht? Welche Rolle spielt Kunst im öffentlichen Raum für die "Gestaltung" des Karlsplatzes? Wie nehmen stadtplanerische und architektonische Maßnahmen sichtbaren aber auch unsichtbaren Einfluss auf Aufenthalts- und Bewegungsräume in der Stadt? 

 

41: MUSEUM_inside_out. Arbeit am Gedächtnis. Ein Diskurs- und Ausstellungsprojekt

Dialog mit Matthias Beitl (Kurator) und Lisi Breuss (Gestaltung)
Moderation: Beatrice Jaschke (schnittpunkt)

Mittwoch, 19. September 2007
Volkskundemuseum Wien

Die Museumsarbeit, die normalerweise zu 80 Prozent Backstage unter Ausschluss der Öffentlichkeit passiert, wird bei diesem einzigartigen Projekt in die Ausstellungsräume transferiert, KuratorInnen, RestauratorInnen, BibliothekarInnen, ArchivarInnen, KulturvermittlerInnen agieren gleichsam auf einer Bühne und treten derart über die Museumsobjekte und ihre Arbeit mit diesen mit den BesucherInnen in Interaktion. Der Prozess selbst hat experimentellen Charakter, nur einige grundlegende Vorgangsweisen sind festgelegt, das Enddatum ist offen. Das Österreichische Museum für Volkskunde spielt in dieser Werkstattsituation mit den herkömmlichen Strukturen und Inhalten des Museums. Sie werden durchbrochen, um einen Diskurs zu etablieren, der nicht nur von ExpertInnen geführt wird, sondern besonders auf das Mitwirken der BesucherInnen aufbaut.

Im Rahmen eines Rundgangs im Dialog mit dem Kurator Matthias Beitl und der Gestalterin Lisi Breuss widmet sich schnittpunkt Fragen der visuellen Umsetzung dieses ungewöhnlichen Konzepts: Wie lässt sich Museumsarbeit ausstellen - welche Strategien und Lösungen wurden hier gefunden? Wie lassen sich Arbeitsprozesse in der Gestaltung sichtbar machen? Mit welchen Mitteln kann Diskurs visualisiert werden? Inwieweit werden die MuseumsmitarbeiterInnen hier selbst zu Objekten der Ausstellung? Welche Auswirkungen hat das Projekt auf die interne Kommunikation? Und nicht zuletzt: In welchem (neuen) Verhältnis stehen die MitarbeiterInnen zu den BesucherInnen des Museums?

 

40: Ordnung muß sein. Das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

Dialog mit Ingo Zechner (Kurator) und Martin Kohlbauer (Architekt)
Moderation: Monika Sommer-Sieghart und Nora Sternfeld (schnittpunkt)

Montag, 13. August 2007
Jüdisches Museum Wien

Die Ausstellung basiert auf einem bemerkenswerten Fund an Dokumenten, die im Jahr 2000 in einer leer stehenden Wohnung eines der Israelitischen Kulturgemeinde gehörenden Zinshauses entdeckt wurden. In Karteiladen, Büchern und Umzugskartons befanden sich ca. 500.000 Seiten Akten aus den Jahren der NS-Herrschaft in Österreich vermischt mit anderen Archivalien der Kultusgemeinde. Mit der Präsentation dieses vergessen Materials reflektiert die Ausstellung wesentliche Fragen, die das Verhältnis von Archiv und Museum, die Geschichte der jüdischen Gemeinde ebensowie das österreichische kollektive Gedächtnis betreffen. Erarbeitet wurde sie von Felicitas Heimann-Jelinek, Lothar Hölbling, Gerhard Milchram, Christa Prokisch und Ingo Zechner, die Gestaltung stammt von Architekt Martin Kohlbauer.

Im Rahmen eines Ausstellungsrundgangs widmet sich schnittpunkt den visuellen Umsetzungen, die die Ausstellung für die Präsentation wählt. Warum erscheinen die Archivalien wert, in einer Ausstellung thematisiert zu werden? Wie lässt sich ein Archiv ausstellen? In welchem Verhältnis stehen Museum und Archiv zu den historischen materiellen Überresten? Wie lassen sich die "Instanzen der Ohnmacht" (Doron Rabinovici) in einer Ausstellung thematisieren? Wie manifestieren sich die Überlagerungen von Ordnungsprinzipien des Archivs in der Ausstellungsgestaltung: der Zeugnischarakter der Materialien, die der Organisation von Vertreibung und Ermordung dienten einerseits und Aspekte gegenwärtiger Sammlung und Ordnung andererseits? Welche geschichtspolitischen Einsätze sind der Gestaltung eingeschrieben? Wie verschränkt sich die Sonderausstellung mit den permanenten Hologrammen des Jüdischen Museums?

 

39: Elke Krystufek Liquid Logic. The Height of Knowledge and the Speed of Thought

Einführung: Tulga Beyerle (Kuratorin)
Dialog mit Tulga Beyerle und Elke Krystufek (Künstlerin)
Moderation: Beatrice Jaschke und Nora Sternfeld (schnittpunkt)

Freitag, 30. März 2007
MAK Wien

Für die Ausstellung "liquid logic" versammelt Elke Krystufek Objekte aus der Sammlung des Museums für Angewandte Kunst und stellt sie aktuellen eigenen Arbeiten gegenüber. Durch eine bewusst irrationale Aufstellung entwickelt die Künstlerin Installationen und Displays, die mit klassischen musealen Präsentationsmustern brechen und durch neue Zusammenstellungen neue Geschichten in den Blick rücken. Der Film "Dr. Love on Easter Island" stellt dafür räumlich und inhaltlich einen zentralen Knotenpunkt dar.

Diesen Schnittstellen zwischen museologischen Fragestellungen, gestalterischen Entscheidungen und installativer Produktion geht schnittpunkt mit einer Veranstaltung nach: Welche neuen Geschichten ergeben die historischen Objekte in Konfrontation mit den künstlerischen Arbeiten und in ihrer neuen Konstellation? Unterstreicht oder durchbricht die Zusammenstellung die Sammlungsgebiete und die klassische Materialtrennung des Hauses (Metall, Textil, Keramik, Glas etc.)? Welche thematischen Perspektiven ergeben sich in der Reaktion einer zeitgenössichen Künstlerin auf tradierte Formen des Sammelns, Bewahrens, Ausstellens und Vermittelns? Was bedeutet es für die Gestaltung, wenn Ausstellungsdisplay und künstlerische Installation verschmelzen? 

 

38: Die Couch. Vom Denken im Liegen

Dialogführung mit Lydia Marinelli (Ausstellungskuratorin) und Monika Sommer (schnittpunkt)

Dienstag, 5. September 2006
Sigmund Freud Museum Wien

Das Freud Museum rückt mit "Die Couch. Vom Denken im Liegen" das Möbel, alltäglicher Einrichtungsgegenstand und Synonym für die Psychoanalyse, ins Zentrum seiner Ausstellungsaktivitäten im Freud-Jahr. BesucherInnen werden mit der Couch als therapeutischem Instrument, als Ort der freien Assoziation und als Vehikel poetischer Produktion konfrontiert. Gebrauchsgegenstände und Abbildungen aus medizinischen Zusammenhängen sowie filmische Einblicke in die gängigen Heilbehandlungen zur Zeit Freuds zeichnen einen Kontrast zu dessen Arbeits- und Behandlungsraum. Verschiedene Liegemöbel aus der Jahrhundertwende verweisen auf die zeitgenössischen Debatten um Ergonomie und Erholung.

schnittpunkt geht u.a. folgenden Fragen nach: Wie lassen sich im Medium Ausstellung mit den Mitteln der Wissenschaft, der Kunst und Literatur die Gedankenräume, die im Liegen entstehen, vermessen? Wie wird in der Ausstellung mit der Abwesenheit des zentralen Leitobjekts, der Freud-Couch, umgegangen? Welche Arbeitsweisen sind notwendig, wenn die Gestalter - wie hier der amerikanische Designer Abbott Miller - nicht vor Ort sind?

 

37: >m< wie made, mania und mehr. Ein Ausstellungsprojekt von Jugendlichen für Jugendliche über Musik und Kunst, Geschichte und Gegenwart

Dialogführung mit Elke Smodics (Konzeption und Organisation / Büro trafo.k) und Dietlind Rott (Ausstellungsgestaltung)
Moderation: Luisa Ziaja (schnittpunkt)

Donnerstag, 29. Juni 2006
Projektraum Sonnensegel, Preßgasse 28, 1040 Wien

In einer mehrmonatigen Projektarbeit konzipierten und realisierten Lehrlinge und SchülerInnen eine Ausstellung, die Verbindungen zwischen Mozart, den aufklärerischen Gedanken seiner Werke und der Gegenwart herstellt. In diesem Projekt wurde - vorrangig mit Lehrlingen - in Zusammenarbeit mit KünstlerInnen aus den Bereichen Bildende Kunst und Musik ein Prozess initiiert, der es den Jugendlichen ermöglicht, an der Rezeption von Mozart in der Gegenwart selbständig mitzuarbeiten sowie Themen und Objekte für die Ausstellung zu entwickeln und zu gestalten. Aufbauend auf den Beiträgen der Lehrlinge wurde die Ausstellung durch Kommentare und Interventionen von SchülerInnen in Form von Vermittlungsaktionen und Veranstaltungsreihen erweitert.

schnittpunkt geht u.a. folgenden Fragen nach: Was kann das Medium Ausstellung in der Arbeit mit Jugendlichen leisten? Gibt es spezifische Anforderungen an die Ausstellungsgestaltung? Wie gehen die KünstlerInnen mit ihrer Rolle in dem Projekt um? Was unterscheidet >m< wie made, mania und mehr von anderen Projekten des Wiener Mozartjahres?
http://www.trafo-k.at

 

36: Verborgene Geschichte/n - remapping Mozart. Konfiguration II: Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!

Dialog mit Nora Sternfeld, Ljubomir Bratic (KuratorInnen) und Toledo i Dertschei (GestalterInnen)
Moderation: Charlotte Martinz-Turek (schnittpunkt)

Freitag, 19. Mai 2006
Molkereistraße 2/Max-Winter-Platz 17, 1020 Wien

"Eine Ausstellung mit Dokumenten und künstlerischen Arbeiten"
Mit dem Projekt "Verborgene Geschichte/n - remapping Mozart" wird im Rahmen des Wiener Mozartjahres 2006 eine Gegengeschichtsschreibung eingefordert und präsentiert, die dem vorherrschenden Geschichtsbild und der Konstruktion eines einzigen Geschichtskanons eine Mehrzahl von Geschichten gegenüber stellen will. Ein Hauptaugenmerk gilt - bei den vier Konfigurationen an vier verschiedenen Standorten in Wien - jenen verborgenen Positionen, Fakten, Strukturen und Zusammenhängen, die bei großen nationalen Jubiläen gemeinhin unsichtbar bleiben. Die zweite Konfiguration findet im Stuwerviertel im zweiten Wiener Gemeindebezirk statt und zeigt eine zentrale Informationsausstellung mit Dokumenten und kü?nstlerischen Arbeiten in einem aufgelassenen Geschäftslokal. Unter dem Titel "Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!" widmet sie sich Regulierungen, Rebellionen und Ausschlüssen im ausgehenden 18. Jahrhundert und in der Gegenwart.

schnittpunkt geht Fragen nach der Präsentationsform einer Ausstellung zu verborgenen Geschichten nach. Welcher Rahmen kann für die Thematisierung von Ungleichheit, Rebellion oder Ausschlüssen gefunden werden? Wie kann eine Präsentationsform dem entgehen, einen klar strukturierten Rahmen für die Themen einer Ausstellung zu schaffen? Welchen Stellenwart hat Information? Wie werden Dokumente und künstlerische Arbeiten in diesem Zusammenhang präsentiert? 

 

35: DÖW - Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes. Neugestaltung des Museums und Veranstaltungszentrums

Dialog mit Brigitte Bailer-Galanda (Wissenschaftliche Leiterin des DÖW) und Anton Falkeis (Gestalter - Falkeis & Falkeis-Senn Architekten)
Moderation: Nora Sternfeld (schnittpunkt)

Dienstag, 14. Februar 2006
Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Altes Rathaus, Wipplingerstraße 6-8, 1010 Wien, Eingang im Hof

Im November 2005 eröffnete die neue Ausstellung des Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes. Sie ist im Museum und Veranstaltungszentrum untergebracht und spannt einen inhaltlichen Bogen von der Vorgeschichte des Nationalsozialismus über Widerstand und Verfolgung in der NS-Zeit bis zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit nach 1945. Ausgangspunkt der Neugestaltung war die Vergrößerung des ehemaligen Ausstellungsbereichs zu einem zusammenhängenden Raumvolumen. Der Eingang wurde zur Hofseite verlegt. Die Präsentation legt einen Schwerpunkt auf die Präsenz des puren originalen Materials: Sie nimmt keine zusätzliche Oberflächenveredelung vor. Eine weitere wesentliche Herausforderung für die Gestaltung stellte der Umgang mit dem denkmalgeschützten Gebäude und seinen unterschiedlichen historischen Bauabschnitten dar, dessen Besonderheiten mit ausstellungsspezifischen Erfordernissen verbunden wurden.
schnittpunkt geht Fragen nach der Präsentation einer gegenwärtigen Ausstellung zur NS-Geschichte nach: In welchem Verhältnis steht die Gestaltung zu den historischen Materialien? Wie werden Dokumente und Fotografien präsentiert? Welche gestalterischen Herausforderungen birgt die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit den historischen Fakten der NS-Verbrechen? Mit welchen Mitteln geht die Architektur auf pädagogische Erfordernisse ein?

 

34: Alltag - Eine Gebrauchsanweisung

Dialog mit Lisa Noggler (Projektleiterin), Susanne Wersing (Kuratorin), Wolfgang Tobisch (Projektmanagement) und Nike Glaser-Wieninger (Mediengestaltung)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt)

Montag, 9. Jänner 2006
Technisches Museum Wien

Im Herbst 2005 wurde im Technischen Museum Wien die Ausstellung "Alltag - Eine Gebrauchsanweisung" eröffnet. Diese basiert auf dem Sammlungsbereich "Bau-, Alltags- und Umwelttechnik". Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Mensch-Technik-Verhältnis: Der Fokus liegt auf der Bedeutung, die der Gebrauch von technischem Gerät für Menschen hat - unter kulturwissenschaftlichem Blick wird der Technisierung unseres Alltags nachgegangen. Ziel der letzten Phase der Wiedereinrichtung des Technischen Museums Wien ist es, die bestehende Sammlung unter zeitgemäß wissenschaftlichen und übergeordneten Fragestellungen zu präsentieren. Dabei werden auch Berührungspunkte und Schnittstellen zu den anderen permanenten Ausstellungsbereichen des Hauses aufgegriffen.

schnittpunkt geht dieser Zielstellung nach: Wie zeitgemäß können dauerhafte Sammlungspräsentationen sein? Wie vermittelt sich die inhaltliche Klammer in einer Sammlung, deren Heterogenität und inhaltliche Breite gleichermaßen ihre Qualität bildet? Welchen Kriterien unterliegt die Gliederung der Ausstellung? Wie kann die angestrebte Verlinkung zu den anderen Sammlungspräsentationen entstehen? Welche Botschaft trägt die charakteristische Präsentation im "Depot-look"?  

 

33: MAHLERIANA - DAS WERDEN EINER IKONE

Dialog mit Michaela Feurstein-Prasser (Kuratorin am Jüdischen Museum der Stadt Wien), Thomas Geisler (Szenograph) und Reinhold Kubik (Kurator der Ausstellung)
Moderation: Monika Sommer-Sieghart (schnittpunkt)

Donnerstag, 15. Dezember 2005
Jüdisches Museum der Stadt Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien

Die Ausstellung Mahleriana - Das Werden einer Ikone würdigt die Aktivitäten der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft, die heuer ihr fünfzigjähriges Bestehen feiert. Ziel ihrer Tätigkeit ist die Anerkennung und Verbreitung der Musik Gustav Mahlers. Sie zählt heute zur weltweit führenden Institution der Mahler-Forschung.
schnittpunkt geht u.a. folgenden Fragen nach: Wie stellt man das musikalische Werk Gustav Mahlers aus? Wie kann die soziale Genese und der prozessuale Charakter des Werdens eines "Superstars" gezeigt werden? Wie konzipiert man eine "Leistungsschau" und bewahrt sich trotzdem einen kritischen Zugang zur Materie? Auf welche Erfahrungen mit "Musikausstellungen" konnte im Haus zurückgegriffen werden? Wie funktioniert Vermittlungsarbeit in einer Musikausstellung? Gelingt der Spagat, sowohl das Fachpublikum als auch eine interessierte Öffentlichkeit als Zielpublikum zu gewinnen?
www.maupi.com
www.gustav-mahler.org

 

32: AN/SAMMLUNG AN/DENKEN. Ein Haus und seine Dinge im Dialog mit zeitgenössischer Kunst

Dialog mit Cornelia Meran (Kuratorin der Ausstellung) und Walter Kirpicsenko / Alexander Klose (Architekten)
Moderation: Charlotte Martinz-Turek (schnittpunkt)

Donnerstag, 2. Juni 2005
Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien

"Eine Frau erbt ein Haus. Das Haus ist voll mit Dingen, voll mit Resten der vorhergegangenen drei Generationen. Sie sind einzigartig: ihre Menge, ihre ungestörte Anordnung, ihre Gewöhnlichkeit, die lange ungebrochene Zeitspanne des Ansammelns von rund hundert Jahren, die biografischen Vernetzungen, die nachvollziehbar sind. Einzigartig ist auch die Position zwischen Museum, Depot, Archiv, Abfall, Wohnraum, die dieses Haus innehat und somit in Frage stellt." Cornelia Meran

Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt AN/SAMMLUNG AN/DENKEN ist "das Haus": eine Jahrhundertwendevilla in Salzburg, deren Bewohner über 120 Jahre nichts weggeworfen haben. Im Rahmen der Ausstellung wird das Thema Erinnerung, der Umgang mit ihr und Narrationen die an Objekte geknüpft scheinen zur Diskussion gestellt. Die "gesammelten Objekte" die sich in der Salzburger Villa befunden haben, werden Arbeiten von zeitgenössischen KünstlerInnen gegenüber gestellt. Aktuelle Fragestellungen aus der zeitgenössischen Kunst verbinden sich mit Fragen - die nicht zuletzt dem Museum inhärent sind - nach Formen der Erinnerung, der Sammlung und Systematisierung von Objekten. Welche Form kann eine Ausstellungsarchitektur finden diese Fragestellung nicht als Oppositionen zu trennen, sondern einen gemeinsamen inhaltlichen Raum zu generieren?

 

31: John F. Kennedy mit Special: Gipfel Wien 1961. Chruschtschow und Kennedy

Dialog mit Monika Sommer (Kuratorin, Wien Museum / schnittpunkt) und Adele J. Gindlstrasser (Ausstellungsgestalterin, RAHMarchitekten)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (Univ. für angewandte Kunst / schnittpunkt)

Mittwoch, 6. April 2005
Wien Museum Karlsplatz, 1010 Wien

Die Ausstellung unternimmt eine historisch-kritische Würdigung von Leben, Politik und Mythos John F. Kennedys (1917-1963). Als Hoffnungs- und Symbolfigur steht JFK für die Aufbruchsstimmung, aber auch die Bedrohungsszenarien in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg (Berlin- und Kubakrise). Am 3. und 4. Juni 1961 trafen einander die Repräsentaten von Ost und West, John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow, in Wien. Voraussetzung dafür war Österreichs Status als neutrales Land. 6 Jahre nach Abschluß des Staatsvertrages wurde somit die "Neutralität" mit neuen Inhalten gefüllt.

Die Ausstellung "John F. Kennedy" wurde vom Wien Museum aus dem Deutschen Historischen Museum Berlin übernommen, gekürzt und um das "Special" zum Wiener Gipfel ergänzt. Wie geht man inhaltlich und architektonisch mit einer "Ausstellung in der Ausstellung" um? Wie wird aus einer Fülle von heterogenen Objekten (Fotos, Medienausschnitten, Memorabilia, Kunstwerken) eine ansprechende Ausstellung ohne zum "Gemischtwarenladen" zu werden? 

 

30: "Peter Eisenman. Barfuß auf weiß glühenden Mauern"

Dialog mit Tulga Beyerle (Kuratorin) und Michael Wallraff (Ausstellungsgestalter)
Moderation: Christine Haupt-Stummer (schnittpunkt / section.a)

Dienstag, 15. März 2005
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien

Die Ausstellung "Peter Eisenman, Barfuß auf weiß glühenden Mauern" widmet sich dem Schaffen Eisenmans der letzten 40 Jahre. Für diese exemplarische Zusammenstellung entwarf der amerikanische Architekt eine Ausstellungsgestaltung, die auf der Maxime beruht: Architektur ist gebauter Raum. Damit wird die Ausstellungshalle des MAK zum Miniatur gewordenen architektonischen Manifest, das Einblicke in Arbeiten Eisenmans gewährt und gleichzeitig Bezüge zur Originalarchitektur des MAK inszeniert.

schnittpunkt geht gemeinsam mit Tulga Beyerle, Kuratorin dieser Ausstellung, und Michael Wallraff, umsetzender Ausstellungsarchitekt, in einer Dialogführung Fragen nach den installativen wie vermittelnden Qualitäten von gebauter Architektur in Ausstellungen nach: Kann der hier gewählte zitathaften Ansatz den architektonischen Werken Eisenmans gerecht werden? Vermitteln die begehbaren Erlebnisräume Architektur umfassender als gewohnte Medien der Modelle, Pläne oder Schnitte?

 

29: Alt Wien. Die Stadt, die niemals war

Dialog mit Wolfgang Kos (Dir. Wien Museum / Kuratorenteam) und Christian Prasser (cp-architektur / Gestalter der Ausstellung)
Moderation: Charlotte Martinz-Turek (schnittpunkt / Büro trafo.K)

Donnerstag, 3. Februar 2005
Wien Museum im Künstlerhaus

Die Ausstellung "Alt Wien. Die Stadt, die niemals war" setzt sich mit dem Mythos "Alt Wien" auseinander, der Wien als eine Stadt präsentiert, die ihr besonderes Flair aus der Vergangenheit bezieht; hinterfragt wird das Image einer "Weltmetropole des Rückblicks". Die Ausstellung zeichnet unter dem Aspekt "Alt gegen Neu" 200 Jahre Stadtgeschichte nach, berichtet von Konflikten zwischen "Demolierern" und "Bewahrern" und untersucht die Stereotypen der ewigen Wien-Nostalgie. Der Untertitel der Ausstellung weist auf ein Paradox hin, das nicht aus der Welt zu schaffen ist, egal wie stark die Sehnsucht nach der "guten, alten Zeit" auch sein mag. Jede imaginierte Vergangenheit, also auch das "verklungene" Wien voller Gemüt und "heiterer Zufriedenheit", kann nur eine nachträgliche Projektion sein, die sich aus den jeweils gegenwärtigen Gefühls- und Interesselagen speist.

schnittpunkt geht gemeinsam mit Wolfgang Kos, Direktor des Wien Museum und einer der Ausstellungskuratoren, und dem Ausstellungsgestalter Christian Prasser konzeptuellen und gestalterischen Fragen zu "Alt Wien" nach. Wie greifen die gestalterischen Strukturen in die inhaltliche Erzählung ein? Welche Strategien können Stereotype und Mythen eines Stadtbildes visualisieren und sie gleichzeitig aufbrechen und kritisch beleuchten? Wie sehr korrelieren dabei inhaltliche Überlegungen und gestalterische Ideen? 

 

28: Schiele Landschaften & Goya. Die grafischen Zyklen

Dialog mit Angela Hareiter (Architektin) und Beatrice Jaschke (Kunstvermittlerin)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / Univ. für angewandte Kunst)

Donnerstag, 7. Oktober 2004
Leopold Museum Wien

Derzeit gibt es die Möglichkeit, gleich zwei Ausstellungen in der Sammlung Leopold zu sehen, die von der Architektin und Filmset-Designerin Angela Hareiter gestaltet wurden. Die Ausstellung Schiele Landschaften präsentiert erstmals umfassend außergewöhnlichen Häuser- und Stadtlandschaften von Egon Schiele. Parallel dazu wird im 1.UG mit 228 Blättern das grafische Werk des spanischen Künstlers Francisco de Goya in Erstausgaben präsentiert. Beide Ausstellungen wurden von Prof. Rudolf Leopold kuratiert und von Angela Hareiter gestaltet.
schnittpunkt geht in einer Dialogführung Fragen nach Möglichkeiten des Displays dieser beiden sehr unterschiedlichen Ausstellungen nach. Wie korreliert die inhaltliche Erzählung mit den Kunstgegenstäden? Wie sprechend ist die Gestaltung? Inwieweit spielen Ausstellungsarchitektur und Ausstellungsinhalt zusammen? Welchen Stellenwert erzielt die Ausstellungsarchtektur? Schafft die Gestaltung eine Strukturierung der Narration? Inwieweit übernimmt die Gestaltung Vermittlungsaufgaben oder steht in Konkurrenz zu diesen? Erfüllt die Gestaltung die Funktion eines Leitsystems und inwieweit werden BesucherInnen mitgedacht? Wie kam es zur Ausformung dieser so unterschiedlichen Gestaltungen? Wie korrelieren die beiden Ausstellungen zueinander, die vom BesucherInnen zur gleichen Zeit im selben Haus wahrgenommen werden?  

 

27: Massenware Luxusgut. Technik und Design zwischen Biedermeier und Wiener Weltausstellung 1804–1873

Dialog mit Alexandra Kuhn (TMW / Projektkoordination der Ausstellung), Margarete Dietrich, Dietrich Untertrifaller (Ausstellungsgestaltung, Bauaufsicht)
Moderation: Martina Griesser-Stermscheg (schnittpunkt / Univ. für angewandte Kunst)

Montag, 23. August 2004
Technisches Museum Wien

Als Höhepunkt des diesjährigen Ausstellungsjahres im Technischen Museum Wien gilt die Ausstellung "Massenware Luxusgut", die auf der ältesten und historisch wertvollsten Sammlung des Hauses basiert, dem k.k. Nationalfabriksproduktenkabinett. Die Ausstellung zeichnet ein Bild des beginnenden Industriezeitalters der Donaumonarchie von 1804 bis 1873. Die Begriffe "Biedermeier" und "Weltausstellung" stellen zeitliche Bezugspunkte dar, und spannen zugleich den erzählerischen Bogen. Kurator ist Reinhard Mittersteiner, für die Gestaltung zeichnet sich das Vorarlberger Architektenduo Dietrich / Untertrifaller verantwortlich, die Grafik konzipiert fuhrer visuelle gestaltung.
schnittpunkt geht in einer Dialogführung Fragen nach Möglichkeiten des Displays einer faszinierend heterogenen Sammlung nach. Wie korreliert die inhaltliche Erzählung mit Objektbeständen, deren Bandbreite von Teigwaren, Manschetten, Krägen über Schmuck aus Glas und Echthaar reicht? Fügen sich die Hands-on Modelle neben dem historischen Objekt ein? Nehmen Gestaltung und interaktives Vermittlungsprogramm aufeinander Bezug?  

 

26: a_schau - Österreichische Architektur im 20. und 21. Jahrhundert

Dialog mit Karl Emilio Pircher, Fidel Peugeot (walking chair / Aussgellungsgestaltung) und Monika Platzer, Gabriele Kaiser (az w / Kuratorinnen)
Moderation: Christine Haupt-Stummer (schnittpunkt / section.a)

Mittwoch, 12. Mai 2004
Architekturzentrum Wien

Das Architekturzentrum Wien eröffnet im März 2004 den ersten Teil einer semipermanenten Überblicksausstellung zur österreichischen Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts. Entlang einer Zeitachse macht die chronologische Abfolge bestimmte Phasen der Architekturentwicklung nachvollziehbar. 10 Episoden regen die punktuelle Vertiefung in bestimmte Themenfelder (z.B. Wohnen) an. Die ausgewählten Projekte sind nicht als historische, unantastbare Ikonen präsentiert, sondern anhand von weiterführender Dokumentation in ihrer Umnutzung, Neuinterpretation, Alterung oder Zerstörung aufgezeigt. So kommt in der Ausstellung der gesamte Fundus der Medien zur Architekturpräsentation zum Einsatz: Pläne, Skizzen, Texte, Fotos, Modelle und Filme. Dafür entwickelte das Design Studio walking chair ein dynamisches und flexibles Präsentationssystem entwickelt, das basierend auf einem simplen H-Modul auf die unterschiedlichen Displayerfordernisse reagieren kann.

schnittpunkt geht gemeinsam mit den Kuratorinnen der Ausstellung, Monika Platzer und Gabriele Kaiser, und den beiden Ausstellungsgestaltern von Walking Chair, Karl Emilio Pircher und Fidel Peugeot, Fragen der Präsentation von Architektur auf den Grund: Wie lässt sich dem Anspruch nach einer Unmittelbarkeit der Architektur gerecht werden? Kann die Vielzahl der Materialien und Medien Architektur lebendig machen? Welche rolle spielt dabei Schrift? Und: welches Bild evoziert der Werkstattcharakter der Ausstellungsgestaltung?

 

25: Body Display. performative installation #4

Dialog mit Eva Maria Stadler (Grazer Kunstverein / Ausstellungskuratorin) und Dorit Margreiter (Künstlerin)
Moderation: Christine Haupt-Stummer (schnittpunkt / section.a)

Donnerstag, 15. April 2004
Secession Wien

Body Display thematisiert den menschlichen Körper im ökonomischen Kontext. Der Begriff Display verweist auf die räumliche Präsentationsform, auf den bühnenhaften Rahmen, in dem sich der Körper zur Schau stellt und in dem er agiert. Zugleich bezieht er sich auf den Körper selbst, der als Display für verschiedene Rollen und Identitäten fungiert. In Korrespondenz zur thematischen Ausrichtung der Ausstellung wird in den Hauptraum der Secession mit einer eingehängten Decke eine imaginäre Bühnenfläche eingezogen, wodurch der Raum gleichermaßen zum Aktionsraum wie zum Projektionsraum - zur Black Box - wird.

schnittpunkt geht gemeinsam mit Eva Maria Stadler, einer der Kuratorinnen, und Dorit Margreiter, einer der beteiligten KünstlerInnen, Fragen nach inhaltlichen wie formalen Gesichtspunkten von Display nach: Welchen Mechanismen und Strategien bedient sich Display im Ausstellungskontext, welchen im thematischen Rahmen von Körper & Ökonomie? Ergänzen sie sich im Ausstellungsraum? Ergeben sich aus dieser Verschränkung besondere Anforderungen an die Gestaltung?